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Schlaf

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Schlaf (Begriffsklärung) aufgeführt.

Der Schlaf ist ein Zustand der äußeren Ruhe im Tierreich und beim Menschen. Dabei unterscheiden sich viele Lebenszeichen von denen des Wachzustands. Puls, Atemfrequenz und Blutdruck sinken ab, und die Gehirnaktivität verändert sich. Im Schlaf werden viele motorische und sensorische Nervenzellen zumindest für die höheren Hirnfunktionen blockiert, so dass der Schlafende sich im Schlaf kaum bewegen und kaum etwas wahrnehmen kann (Schlafparalyse). Das Schließen der Augen während des Schlafs unterstützt diese Funktion. Bei genügend starken äußeren Reizen (Berührung, helles Licht, lautes Geräusch) wacht der Schlafende jedoch auf. Die Übergangsphase vom Wachen zum Schlafen ist das Prädormitium (lat. dormire = schlafen), die vom Schlafen zum Wachen das Postdormitium. Mit der Physiologie sowie den Störungen des Schlafes beschäftigt sich ein eigenes Teilgebiet der Medizin, die Somnologie (Schlafmedizin oder auch Schlafforschung). Verhältnismäßig neu sind Bestrebungen, kulturelle und geschichtliche Unterschiede und Veränderungen in den Schlafgewohnheiten zu dokumentieren und zu beurteilen. Umgangssprachlich steht miteinander Schlafen für das Ausführen von Beischlaf.

Die Funktion des Schlafes ist noch nicht vollständig geklärt.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wer schläft?

Schlaf ist im Tierreich verbreitet, aber nicht universell. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere schrieb in seiner «Naturkunde (Naturalis historia)» dazu: «Die Frage nach dem Schlaf der Tiere bedarf keiner undurchsichtigen Vermutung. Dass unter den Landtieren alle, welche die Augen schließen, schlafen, ist offensichtlich. Dass Wassertiere ebenfalls schlafen, wenn auch recht wenig, glauben selbst diejenigen, welche es bei den übrigen Tieren in Zweifel ziehen. Ja, die Delphine und Walfische hört man sogar schnarchen.»[1] Die heutige Sicht ist aber etwas differenzierter, man geht heute davon aus, dass die meisten Wirbeltiere (genaugenommen, die Klasse der Kiefermäuler) die gleichen Schlafphasen wie der Mensch durchlaufen, Ausnahmen davon sind etwa der Ameisenigel, ein früher Vertreter der Säugetiere, der keinen Traumschlaf (REM-Schlaf, siehe unten) zu kennen scheint. Ähnlich geht es den Delfinen, die immer nur mit einer Hirnhälfte schlafen, was für sie als Lungenatmer im Wasser wohl einer Notwendigkeit entspricht. Seelöwen und Seebären kennen beide Arten von Schlaf. Befinden sie sich an Land, schlafen sie wie Landsäuger, im Wasser wechseln sie zum Halbhirnschlaf.

Vögel zeigen ebenfalls ein dem Menschen ähnliches Schlafbild, sobald sie sicher sein können, nicht vom Baum, den sie sich ausgesucht haben, herunterzufallen. Den meisten Vögeln hilft dabei, dass sich ihre Zehen beim Absitzen auf einem Ast fest in diesen verhaken. Ob Vögel in der Luft den Halbhirnschlaf beherrschen, konnte bisher nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden. [2]

Bei weiteren Tierarten wie Schlangen, Eidechsen und Fischen wird Schlaf (inklusive Traumschlaf) angenommen. Die Beurteilung wird umso schwieriger, je weniger entwickelt die Tierart ist. Auch wird es zunehmend schwieriger, (Traum)schlaf von bloßem Ruhen zu unterscheiden.[1]

Physiologischer Hintergrund

Schlafforschung

Die Schlafforschung ist eine relativ junge Disziplin der Medizin, die ersten Elektroenzephalographie-Untersuchungen (EEG) im Schlaflabor wurden in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gemacht. Frühe Philosophen hatten zuvor etwa versucht, den Schlaf durch ein Aufsteigen von Dämpfen aus dem Magen oder ähnlichem zu erklären.[3]

Die wichtige Entdeckung des REM-Schlafes gelang den Forschern Aserinsky und Kleitman 1953. Vier Jahre später wurde die Theorie aufgestellt, wonach besonders in dieser Tiefschlafphase das Träumen stattfindet. Dies wird zwar heute teilweise in Frage gestellt, gilt aber immer noch als Grundlage für viele Forschungsarbeiten.[4]

Schlafeinleitung

An der Schlafeinleitung sind im wesentlichen drei Gruppen von Nervenzellen im Gehirn beteiligt. Zu diesen Nervenzellgruppen, welche die Schlafeinleitung kontrollieren, gehören ein Gebiet im Hirnstamm, die Formatio reticularis, und zwei Zwischenhirngebiete: Der Thalamus und der Hypothalamus. Die Formatio reticularis ist bekannt für ihre Funktion als Signalgeber für Wachheit (engl. Arousal), und gehört deshalb auch zum sogenannten aufsteigenden retikulären Aktivierungssystem (ARAS). Diese Aufmerksamkeits- oder Weck-Funktion übt die Formatio reticularis über Botenstoffe (Neurotransmitter) aus, mit denen sie den Thalamus (das Tor zum Bewusstsein) erregt. Diese Botenstoffe sind Noradrenalin (NA) und Acetylcholin (ACh). Innerhalb der Formatio reticularis gibt es weitere komplexe Verschaltungen u. a. mit den Raphekernen. Diese üben mit ihrem Transmitter Serotonin (5-HT) vor allem beim Einschlafen einen hemmenden Einfluss auf die noradrenergen Systeme aus.

Bei dieser Gelegenheit, nämlich dem Einschlafen, können diese Nervenzellgruppen (man sagt auch Kerngebiete) im Hirnstamm bremsend über verschiedene Wege auf die Aktivität des Thalamus einwirken. Hier wird wiederum ein anderer Transmitterstoff benutzt, nämlich γ-Aminobuttersäure. Man kann also sagen, dass es zwei Wege gibt, über die das Aufsteigende Retikuläre Aktivierende System den unspezifischen Thalamus erreicht: direkt zur Aktivierung und Erhöhung der Aufmerksamkeit oder indirekt über zwischengeschaltete hemmende Nervenzellen (Interneurone) zur Abnahme der Aufmerksamkeit und schließlich zur Schlafeinleitung.

Somit ist das Aufsteigende Retikuläre Aktivierende System einerseits für die Wachheit zuständig und andererseits für die Schlafeinleitung. Das Gehirn geht mit seinen Ressourcen sparsam um. Nebenbei wirkt das gleiche Kerngebiet im Hirnstamm bremsend auf die Aktivität von Nervenzellgruppen im Rückenmark, was eine allgemeine Schlaffheit der Muskulatur (Atonie) zur Folge hat: Der Mensch ist nicht nur müde, sondern bewegt sich auch weniger, beim Einschlafen im Sitzen fällt der Kopf nach vorn.

Über den Hypothalamus erfährt das Gehirn auf Umwegen, dass es Zeit zum Schlafen ist, weil es dunkel wurde. Dies geschieht über Verbindungen mit dem Auge bzw. der Sehbahn. Der Hypothalamus produziert folglich bei Dunkelheit weniger von dem Transmitter Histamin und dem Peptid namens Orexin, welches zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit führt.

Schlafaufrechterhaltung und Schlafphasen

Neben der Schlafeinleitung werden auch die Aufrechterhaltung und die Beendigung des Schlafes durch Nervenzellverbände und funktionelle Systeme bewirkt. Der Schlaf ist auch in seinem weiteren Verlauf neurophysiologisch gesteuert. Zur Aufrechterhaltung des Schlafes variiert das Gehirn (genauer gesagt funktionelle Systeme im Gehirn) die Schlaftiefe in zeitlichen Abständen. Dabei wechseln sich Tiefschlafphasen, in denen der Schlafende schwerer aufzuwecken ist, mit einem weniger tiefen Schlaf ab. Wenn sich gegen Ende des Schlafes (also üblicherweise nach etwa sechs bis sieben Stunden) diese Schlafphasen in immer kürzeren Abständen abwechseln, wird der Schlafende wach. Dieser zyklische Prozess wird auch Schlafrhythmus genannt.

Während des gesunden Schlafes beginnen sich Nervenzellverbände zu synchronisieren. Das bedeutet, dass sie ihre Aktionspotenziale in einem gemeinsamen Takt feuern. Durch das Ableiten elektrischer Ströme mittels einer EEG (Elektroenzephalografie) können diese verschiedenen Rhythmen gemessen und sichtbar gemacht werden. Je nach Schlaftiefe und des damit verbunden charakteristischen Musters lässt sich der Schlaf in verschiedene Stadien einteilen. Nach der Frequenz und Amplitude dieser „inneren Rhythmen“ werden folgende Stadien und die dazugehörigen Wellen unterschieden, wobei die konkrete Einteilung der Schlafstadien I–IV allerdings willkürlich ist:

Während des REM-Schlafs sind die Skelett-Muskeln maximal relaxiert, mit Ausnahme der Augenmuskulatur. Ebenfalls kommt es in dieser auch als Traumschlaf bezeichneten Phase zur Erhöhung des Blutdrucks, der Atmung, der Herzfrequenz und zu Erektionen. In den Stadien I bis IV steigt der Muskeltonus an, parallel dazu nimmt die Aktivität des Gehirns ab. Die Stadien I bis IV mit anschließendem REM-Schlaf werden mehrere Male pro Nacht wiederholt (etwa fünf- bis siebenmal). Dabei ist zu sehen, dass die Tiefschlafphasen zeitlich abnehmen und die REM-Phasen zunehmen. Das Stadium IV wird im späteren Verlauf der Nacht nicht mehr erreicht. Ältere Menschen erreichen sehr oft das Stadium IV überhaupt nicht mehr. Sodann ändert sich auch das Schlafmuster. Alte Menschen schlafen nachts nur noch wenige Stunden und schlafen häufig am Tag noch einmal ein bis zwei Stunden. Säuglinge schlafen den ganzen Tag, aber jeweils in kurzen Phasen. Bei Erwachsenen konzentriert sich der Schlaf auf eine Kernzeit, meist in der Nacht. Ein Schlafzyklus dauert etwa 90 Minuten. Dieser 90-Minuten-Zyklus setzt sich auch in der Wachzeit fort und führt zu Phasen wechselnder Leistungsbereitschaft (Ultradiane Rhythmik).

Schlaflosigkeit

Das Hormon Orexin (griech. orexis, „Appetit“) hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Schlaf-/Wachverhalten des Menschen. Ursprünglich wurde die appetitsteigernde Wirkung des Hormons festgestellt, daher der Name. Auch der Ncl. preopticus venterolateralis (VLPO, das Esszentrum des Gehirns) des Hypothalamus ist beteiligt an der Schlafeinleitung. Läsionen, d. h. Schädigungen, in diesem Teil des Hypothalamus bzw. dem Hormonhaushalt von Orexin führen zur Insomnie, der Schlaflosigkeit. Der Ncl. suprachiasmaticus (SCN, s. o.) enthält direkte Afferenzen aus der Retina. Hier vermuten Forscher den Sitz der Inneren Uhr, Neurone, die für die Circadiane Rhythmik verantwortlich sind. Der SCN kontrolliert sehr stark die Aktivität des Sympathikus. Über dieses vegetative System stimuliert der SCN die Freisetzung von Melatonin aus der Zirbeldrüse. Melatonin wird in den Abendstunden vermehrt ausgeschüttet und trägt zur Schlafeinleitung bei. Die höchste Konzentration findet sich im Blut um 03:00 Uhr morgens. Orexin (s. o.) wirkt an seinen Zielzellen im Hypothalamus über einen bestimmten Rezeptor, mit dem ein Krankheitsbild verbunden ist. Mutationen dieses Rezeptors werden für die Narkolepsie verantwortlich gemacht. Außerdem wird Orexin als wake-up-drug z. B. für Kampfjet-Piloten verwendet. Delfine und einige andere Lebewesen haben die Möglichkeit, mit ihren Hemisphären (Hirnhälften) abwechselnd zu schlafen. Das bedeutet, dass sich eine Hälfte ausruht, während die andere Hälfte alle nötigen Funktionen wie etwa das Atmen übernimmt.

Es gibt Empfehlungen, das Einschlafen mit Schlafritualen beginnen zu lassen: Abendgebet, „Schäfchen zählen“ usw. helfen der Psyche, über vertraute Gedanken zur Ruhe zu kommen. Unter verschiedenen Umständen jedoch leiden Menschen unter Schlaflosigkeit, z. B. in einer reaktiven Depression oder wegen der Störung durch Schmerzen. Unter diesen Umständen können Schlafmittel (Hypnotika) zu Hilfe genommen werden. Neben pflanzlichen Arzneimitteln (z. B. Baldrian) werden insbesondere Antihistaminika, kurzwirksame Benzodiazepine (z. B. Brotizolam) als Einschlafmittel, mittellang wirksame Benzodiazepine (z. B. Nitrazepam und Diazepam) als Durchschlafmittel sowie neuere kurzwirksame Schlafmittel, wie Zopiclon und Zolpidem, zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt. Antihistaminika vermitteln ihre Effekte über eine Hemmung der Wirkung des „Weckhormons“ Histamin an seinen Histamin-Rezeptoren. Benzodiazepine, Zolpidem und Zopiclon wirken an den GABA-Rezeptoren im Thalamus. Dort fördern sie die hemmende Wirkung dieses Transmitters. Die früher sehr verbreiteten Barbiturate werden heute aufgrund eines ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses (Suizid-Potential und Unterdrückung des REM-Schlafs) praktisch nicht mehr als Schlafmittel verwendet.

In den USA wird das Hormon Melatonin, das physiologisch aus der Zirbeldrüse ausgeschüttet wird, mehr und mehr als Wunderdroge und Anti-Aging-Mittel verkauft. Bekannt ist, dass Melatonin sedierende Eigenschaften besitzt und die Produktion in den Abendstunden immer mehr zunimmt und es damit eine Art körpereigenes Schlafmittel darstellt.

Der Körper besitzt weitere Mediatoren, die zu erhöhtem Schlafbedürfnis führen. So entsteht bei großen Stoffwechselleistungen (körperliche Arbeit) vermehrt Adenosin, das Müdigkeit hervorruft. Ebenso wirken Entzündungsmediatoren wie Interleukin-1, die zu vermehrtem Schlaf während einer fieberhaften Krankheit führen.

Häufig ist es notwendig, den Schlaf oder das Schlafbedürfnis zu überwinden. Bekannt für seine Wachheit fördernde und anregende Wirkung ist Koffein, das u. a. in Kaffee und in meist geringerer Konzentration in Tee enthalten ist. Koffein verhindert die Wirkung von Adenosin. Paradoxerweise wird in der Pflege Kaffee manchmal gebraucht, um das Ein- und Durchschlafen zu fördern. Besonders bei älteren Menschen hilft das Koffein, den Abfall der Atemfrequenz zu bekämpfen.

Drogen vom Typ der Weckamine, wie Amphetamin, Phenylethylamin, Ephedrin oder Cathin (aus den Kath-Blättern) wirken stimulierend – mit erheblichen Nebenwirkungen. Gegen zwanghafte Schläfrigkeit, wie sie bei Narkolepsie auftritt, verwendet man das Neurostimulans Modafinil.

Schlafdauer und Verteilung

Die – individuellen Schwankungen unterworfene – „optimale“ tägliche Menge an Schlaf für den Menschen sowie seine Verteilung über den Tag ist wissenschaftlich umstritten. Nachdem lange die negativen Folgen von Schlafmangel im Mittelpunkt der Forschung standen, geraten in letzter Zeit zunehmend die offenbar ebenfalls unliebsamen Folgen von zu viel Schlaf ins Blickfeld. Dabei scheint sich – nach großen Studien in den USA und in Japan – herauszukristallisieren, dass die oft genannten „acht Stunden am Tag“ schon zu lang sind und das Optimum eher zwischen sechs und sieben Stunden liegt, was auch der Durchschnitts-Schlafzeit in Deutschland entspricht (6 Stunden 59 Minuten laut einer an der Universität Regensburg durchgeführten Studie).

Das individuelle Schlafbedürfnis des Erwachsenen schwankt etwa zwischen sechs und zehn Stunden und folgt ungefähr einer Normalverteilung. Extreme treten bei Säuglingen auf, die bis zu 16 Stunden schlafen (über den Tag verteilt), und bei alten Menschen, deren Schlafbedürfnis geringer ist („senile Bettflucht“). Nach Meinung des Schlafforschers Peretz Lavie ist von einem schlafgesunden Menschen auszugehen, wenn dieser sich bei einer täglichen Schlafdauer von vier bis zwölf Stunden wohl fühlt.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass das individuell unterschiedlich ausgeprägte Schlafbedürfnis konstitutionell vorgegeben ist und folglich nicht durch falsch verstandenes „Training“ ausgeschaltet oder längerfristig ignoriert werden kann, ohne dass der Organismus Schaden erleidet. Wer zu den Menschen mit vermehrtem Schlafbedarf gehört, sollte daher seinen alltäglichen Lebensrhythmus nach Möglichkeit darauf einstellen und sein Verhalten entsprechend anpassen.

Weiterhin sind innerhalb eines 24-Stunden-Tages die Phasen maximaler und minimaler Leistungsfähigkeit je nach Typus unterschiedlich verteilt. Vereinfachend kann zwischen einem Morgentyp (→ Lerche) und einem Abendtyp (→ Eule) unterschieden werden. Der Morgentyp (zum Beispiel ein Frühaufsteher) ist bereits früh am Morgen fit und leistungsfähig, der Abendtyp entwickelt unter anderem als Nachtschwärmer (auch Nachtmensch) zu fortgeschrittener Abendzeit nochmals ein Aktivitätsmaximum. Im Jahre 2005 wurden die seit langem bekannten genetischen Einflüsse präzisiert, die hierbei eine Rolle spielen (Period3-Gen).

Tagschlaf ist möglich, weil die Hormonausschüttung erst nach dem Einleiten des Schlafs beginnt. Wird man kurz nach dem Beginn des Schlafes aufgeweckt, so hat man möglicherweise eine REM-Phase absolviert, besitzt aber noch nicht so eine hohe Hormonkonzentration, dass man gleich wieder einschläft.

Bei Tieren variiert sowohl die Dauer des Schlafes insgesamt als auch die Dauer des REM-Schlafes stark von Art zu Art:

Tierart Schlaf in Stunden
pro Tag
Anteil der REM-Phase
am Schlaf
Augenposition während
des Schlafes
Kleine Taschenmaus 20,1 16 % beide geschlossen
Braune Fledermaus 19,9 10 % beide geschlossen
Südliches Opossum 19,4 10 % beide geschlossen
Nachtaffe 17,0 11 % beide geschlossen
Katze 13,2 26 % beide geschlossen
Taube 11,9 8 % ein Auge manchmal offen
Haushuhn 11,8 10 % ein Auge manchmal offen
Schimpanse 10,8 15 % beide geschlossen
Hund 10,7 29 % beide geschlossen
Kaiserpinguin 10,5 13 % ein Auge manchmal offen
Fruchtfliege 10,0 0 % keine Augenlider
Ente 9,1 16 % ein Auge manchmal offen
Kaninchen 8,7 14 % beide geschlossen
Schwein 8,4 26 % beide geschlossen
Asiatischer Elefant 5,3 34 % beide geschlossen
Kuh 4,0 19 % beide geschlossen
Pferd 2,9 27 % beide geschlossen
Giraffe 1,9 21 % beide geschlossen

Quelle: New-York-Times-Beilage der Süddeutschen Zeitung vom 21. November 2005

Hypothesen zur Funktion des Schlafs

Bis heute gibt es keine vollständig gesicherte Erklärung zum genauen Zweck des Schlafs, lediglich einige mehr oder weniger plausible Hypothesen, die jedoch alle nicht die naturwissenschaftliche Bedingung einer empirischen Überprüfbarkeit erfüllen. Sie stellen auch keine alternativen Erklärungsversuche dar, sondern beleuchten lediglich aus der Sicht unterschiedlicher biologischer Teildisziplinen die "Nützlichkeit" verschiedener physiologischer Vorgänge des Schlafes.

Evolution

Die Grundlage für die Entwicklung von Ruhe- und Aktivitätszyklen gab die Erdrotation mit ihrem für alle Organismen unveränderlichen Rhythmus von Tag und Nacht. Die Blüten von Pflanzen öffnen und schließen sich in Abhängigkeit zur Tageszeit. Selbst Einzeller wie die Geißelalge Gonyaulax polyedra richten ihre Aktivität nach dem Sonnenstand. Solche Beobachtungen an wenig entwickelten Organismen legen die Vermutung nahe, dass schon früh in der Evolution Anpassungen an die Licht- und Temperaturverhältnisse stattgefunden haben, um die metabolische Aktivität zu regulieren. Staedt und Stoppe vermuten in einer neueren Studie, dass sich der elektrophysiologisch messbare Schlaf gleichzeitig mit der Entwicklung immer komplexerer neuronaler Netzwerke entwickelt hat.[4][5][6] Danach gibt es eine direkte Beziehung zwischen dem Bedarf an Schlaf und der Leistungsfähigkeit des Gehirns, insbesondere was die Verarbeitung und Speicherung von Information betrifft.


Regenerative Hypothese

Die Regenerative Hypothese besagt, dass Schlaf schlichtweg der Erholung der Organe dient. Dafür spricht, dass nach dem Schlaf viele Körperfunktionen besser funktionieren als nach einer langen Wachphase. Jedoch sind auch im Schlaf nicht alle Körperfunktionen ausgeschaltet: Schaltet jemand das Licht an, so melden die Augen Helligkeit; gibt es ein Geräusch, so melden die Ohren dieses.

Nicht-REM-Schlaf könnte ein anabolischer Zustand sein, der durch physiologische Prozesse wie Wachstum und Erholung der Organsysteme, namentlich Immunsystem, Nervensystem, Muskeln und Knochenbau bestimmt ist. Das Wachstadium könnte als wiederkehrende, vorübergehende hyperaktive katabolische Phase definiert werden, während derer der Organismus Nahrung aufnimmt und sich fortpflanzen kann.

Schlaf fördert die Wundheilung. Eine Studie von Gumustekin[7] aus dem Jahr 2004 konnte aufzeigen, dass Schlafentzug die Heilung von Brandwunden bei Ratten negativ beeinflusst.

Es wurde auch aufgezeigt, dass Schlafentzug das Immunsystem und den Metabolismus beeinflusst. Bei einem Versuch wurden Ratten 24 Stunden am Schlafen gehindert. Verglichen mit der Kontrollgruppe war der Anteil an Weißen Blutkörperchen 20% reduziert, was eine signifikante Veränderung des Immunsystems darstellt.[8]


Eine weitere Studie zeigte, dass Schlaf den Metabolismus beeinflusst. Vergleicht man gesunde Menschen mit solchen, die an einer bestimmten Schlafstörung leiden, konnten die Forscher deutlich höhere Stoffwechselwerte bei den gesunden Menschen feststellen.[9]

Ob die Schlafdauer das Wachstum fördert, muss erst noch geklärt werden. Eine großangelegte Studie an 305 Kindern während neun Jahren (von 1 bis 10 Jahren) sammelte Informationen über Wachstum, Größe und Gewicht sowie die von den Eltern aufgezeichnete Schlafzeit. Die Studie kam zum Ergebnis, dass die Veränderung der Schlafzeit bei Kindern keinen Einfluss auf das Wachstum zu haben scheint.[10] Es wurde jedoch gezeigt, dass die Konzentration von Wachstumshormonen in erwachsenen Männern während des Schlafens, besonders in den Stadien III und IV, zunimmt. Während einer Schlafzeit von acht Stunden schütteten besonders jene Männer hohe Wachstumshormonkonzentrationen aus, die eine verhältnismäßig lange Tiefschlafphase aufwiesen.[11]

Es gibt mehrere Gründe, die für die regenerative Hypothese sprechen. Wir fühlen uns erholt, nachdem wir geschlafen haben, und es ist eine logische Schlussfolgerung, das sei die grundlegende Funktion des Schlafs. Die Stoffwechselrate nimmt während des Schlafens generell ab und bestimmte Hormone werden, wie oben beschrieben, vorwiegend während des Schlafs ausgeschüttet. Die Schlafzeit verschiedener Arten ist im allgemeinen umgekehrt proportional zur Größe des Tieres, aber zunehmend mit dem Grundumsatz, der bei kleinen Tieren groß ist (siehe dazu auch Kleibers Gesetz). Ratten mit einem sehr hohen Grundumsatz schlafen bis zu 14 Stunden pro Tag, während Elefanten und Giraffen mit deutlich geringerem Umsatz nur 3 bis 4 Stunden pro Tag schlafen.

Um Energie sparen zu können, hätte es ausgereicht, regungslos zu ruhen, ohne den Organismus teilweise von der Umwelt abzuschneiden, da dies potentiell gefährlich ist. Ein ruhendes aber nicht schlafendes Tier hat größere Chancen, Raubtieren zu entgehen und kann trotzdem Energie sparen. Der Schlaf muss also noch einen anderen Zweck erfüllen, als nur Energie einzusparen. Interessanterweise brauchen Tiere, die einen Winterschlaf halten, nach dem Aufwachen aus diesem erneut einen Erholungsschlaf, aufgrund von Schlafmangel während der Winterruhe. Die Tiere hätten definitiv genügend Ruhe gehabt, und sie konnten während der Ruheperiode viel Energie einsparen, sie brauchen den Schlaf also noch für etwas anderes.[12]


Ontogenese

Die ontogene Theorie besagt, dass die Vorgänge während des REM-Schlafes von Neugeborenen besonders wichtig für die Entwicklung des jungen Organismus zu sein scheinen.[13] Studien, die den Effekt von Schlafmangel an Kleinkindern untersuchten, zeigten auf, dass dies zu Verhaltensstörungen, permanenten Schlafproblemen, reduzierter Gehirnmasse[14] und einer ungewöhnlich hohen Nervenzellsterblichkeit führt.[15]

REM-Schlaf scheint für die Entwicklung des Gehirns von entscheidender Bedeutung zu sein. Bei Neugeborenen - die an sich schon viel schlafen - macht er den größten Teil des Schlafes aus. Vergleicht man verschiedene Tierarten, so ist die Tiefschlafphase von Neugeborenen umso länger, je weniger entwickelt das Baby geboren wird. Befürworter dieser Theorie vermuten, dass während des REM-Schlafes die Muskeln teilweise gelähmt werden, um die Aktivierung und Entwicklung des Gehirns voranzutreiben, ohne dass die dadurch entstehenden Nervenimpulse zu Bewegungen führen, die besonders ein Neugeborenes in Schwierigkeiten bringen könnten. REM-Mangel von Kleinkindern führt zu späteren Entwicklungsproblemen.[4]

Diese Theorie erklärt jedoch nicht, weshalb auch Erwachsene nach wie vor REM-Schlaf brauchen und weshalb die dabei verbrachte Zeit nicht signifikant mit dem Älterwerden abnimmt. Die Jungen von Wassersäugetieren kennen keinen REM-Schlaf zu Beginn ihres Lebens, erst im Laufe der Zeit nimmt dieser zu. Zumindest bei diesen Tieren ist er also zur Entwicklung nicht notwendig. Zu beachten ist dabei jedoch, dass diese Tiere niemals mit beiden Gehirnhälften schlafen können, da sie als Lungenatmer sonst ertrinken würden.

Verarbeitung von Erinnerungen (Psychische Hypothese)

Die Psychische Hypothese bezieht sich auf die Tatsache, dass wir im Schlaf Erlebnisse der Wachphasen verarbeiten. Das Gehirn wird bei dieser Verarbeitung von überflüssigen Informationen „gereinigt“. Auch hilft der Schlaf, neue Erfahrungen einzuordnen und positive wie negative Erfahrungen in Form von Träumen zu verarbeiten („das muss ich erstmal überschlafen“). Psychologen schätzen, dass ein Mensch nach zu langer Zeit ohne ausreichenden Schlaf gefährdet ist, psychisch zu erkranken („das bringt mich um den Schlaf“).

Wissenschaftler haben mehrere Zusammenhänge zwischen Schlaf und Gedächtnis festgestellt. In einer Studie, die von Turner, Drummond, Salamat und Brown durchgeführt wurde, konnte gezeigt werden, dass das Arbeitsgedächtnis unter Schlafmangel leidet.[16] Das Arbeitsgedächtnis ist wichtig, weil es die Informationen für die Weiterverarbeitung aktiv hält und damit einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Entscheidungsfindung leistet. Die Forscher erlaubten 18 Frauen und 22 Männern während 4 Tagen nur, 26 Minuten pro Nacht zu schlafen. Während der Testphase wurden dauernd Kognitions- und Gedächtnistests mit den Probanden durchgeführt. Beim letzten Test war der Umfang des Arbeitsgedächtnisses um 38% geringer als bei einer Vergleichsgruppe, die normal geschlafen hatte.

Das Gedächtnis scheint von den verschiedenen Schlafphasen unterschiedlich beeinflusst zu werden. In einer Studie, bei der mehreren Gruppen von Menschen zu verschiedenen Zeiten geweckt wurden, konnte aufgezeigt werden, dass das deklarative Gedächtnis vorwiegend von Tiefschlaf, das prozedurale Gedächtnis aber vorwiegend von einer langen REM-Schlafphase profitiert.[17]


Eine weitere Untersuchung, diesmal von Datta, unterstützt diese Thesen indirekt. Die Probanden waren 22 männliche Ratten.[18] In einem Käfig konnte sich eine einzelne Ratte frei von einem zum anderen Ende bewegen. Der Boden der Kiste bestand aus einem Stahlgeflecht. Ein Lichtstrahl erhellte die Box, gleichzeitig ertönte ein lautes Signal. Nach 5 Sekunden bekamen die Ratten Elektroschocks. Bewegte sich die Ratte rechtzeitig zum anderen Ende der Kiste, hörten die Schocks auf. War sie gar schnell genug, konnte sie diese sogar vollständig vermeiden. Der Test wurde mit der Hälfte der Ratten 30 Mal durchgeführt, während die restlichen Ratten (als Kontrollgruppe) unabhängig von ihrer Reaktion mit Elektroschocks behandelt wurden. Nach jeder Testphase wurden die Ratten für 6 Stunden in einen Detektor gelegt, der Gehirnströme, Schlafstadien und weitere Daten über die Tiere sammelte. Der Test wurde insgesamt dreimal wiederholt. Die Studie kam zum Schluss, dass während des Schlafes nach den Tests die Ratten, die gelernt hatten, circa 25% längeren REM-Schlaf aufwiesen als die Kontrollgruppe, die nichts gelernt hatte. Diese Untersuchung stützt die Resultate von Born und zeigt eine Korrelation zwischen REM-Schlaf und prozeduralem Wissen auf.


Die verschiedenen Studien und Untersuchungen lassen daher vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Schlaf und vielen komplexen Funktionen des Gedächtnisses gibt.

Erhaltung (Adaptive Hypothese)

Die Adaptive Hypothese besagt, dass Schlaf grundsätzlich nicht der Erholung dient, sondern genetisch bezüglich seiner Länge programmiert ist, um ein ökologisches Gleichgewicht zu erhalten. Demnach schlafen und dösen große Raubkatzen etwa 18 Stunden am Tag, nicht um sich von den sechs Wachstunden zu erholen, sondern um eine „Überweidung“ ihres Jagdgebietes zu vermeiden. Den Beutetieren wird somit eine Chance gegeben, sich zu vervielfältigen und zu erhalten.

Eine andere Sicht der adaptiven Hypothese besagt, dass Wachsein und umherstreifen immer eine Gefahr für das Individuum darstellt, da man dabei das Opfer eines Räubers werden könnte. Es ist auch nicht notwendig, 24 Stunden wach zu sein, um sich zu ernähren oder andere Bedürfnisse zu befriedigen. Aus dieser Sicht der Adaption sind Organismen sicherer, wenn sie sich so lange wie möglich aus der Gefahrenzone zurückziehen. Sie schlafen zeitlich so, dass ihre Sicherheit maximiert wird, abhängig von ihren physischen Möglichkeiten (Sehvermögen, Gehör) und ihrem Lebensraum.[19]

Diese Theorie kann jedoch nicht erklären, weshalb sich das Gehirn während des Schlafens teilweise von der Umgebung abkoppelt, denn das versetzt das Tier ja in eine zusätzliche Gefahr. Ein weiteres Argument gegen die Theorie ist, dass Schlaf nicht nur eine passive Konsequenz daraus ist, sich zurückzuziehen, sondern es ist eine treibende Kraft: Das Tier ändert sein Verhalten, um Schlafmöglichkeiten aufzusuchen. Daher ist Circadiane Regulierung mehr als ausreichend um den Wechsel zwischen Aktivitätsperioden und Ruhezeit zu erklären - auch als Folge einer Art Anpassung. Tiere der Polarregion, etwa Eisbären, ändern außerdem ihren Wach-/Schlafzyklus nur unwesentlich mit der Jahreszeit, obwohl sich die Bedingungen für die Jagd grundlegend ändern.

Für die erste Sicht der Theorie spricht, weshalb Fleischfresser wie Löwen, die sich an der Spitze der Nahrungskette bewegen, am meisten schlafen. Das widerspricht jedoch der zweiten Sicht, wonach Fleischfresser überhaupt keinen Schlaf benötigen würden. Auch ist das Nachholen von Schlaf, das nach einer verpassten Schlafzeit nötig wird, ein Nachteil. Ein Zebra, das sich nach der nächtlichen Flucht vor einem Löwen schlafen legt, setzt sich einem vermehrten und nicht verminderten Risiko aus, gefressen zu werden. Nach der Hypothese würde es dem Individuum nichts ausmachen, einmal eine Schlafzeit zu verpassen.

Kalibrations-Hypothese

Die Kalibrations-Hypothese schließlich besagt, dass Schlaf dazu dient, die einzelnen Körpersysteme wieder in einen gemeinsamen Ablaufrhythmus zu bringen. Es kann davon ausgegangen werden, dass nach ausreichendem Schlaf alle Organe und sonstigen Körperfunktionen entsprechend dem ihnen auferlegten inneren Programm zu laufen beginnen, aber dabei über den Tag hin unterschiedliche Geschwindigkeiten und Unregelmäßigkeiten erfahren. Schlaf rekalibriert dann quasi alle Systeme wieder und stellt sie faktisch auf Null.

Pathologie des Schlafes

Letale familiäre Insomnie ist eine tödliche Krankheit, bei der die Betroffenen nicht fähig sind, zu schlafen. Es handelt sich bei dieser Erkrankung um eine äußerst seltene familiär vererbte Erkrankung. Verantwortlich für die Erkrankung ist ein mutiertes Prionenprotein-Gen. Die meisten Patienten erkranken zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Im Vordergrund steht eine schwere Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus' der Patienten, d. h., sie leiden unter schweren Schlafstörungen. Es wird daher angenommen, dass sich die krankhaften Veränderungen speziell im Stammhirn abspielen, das als entwicklungsgeschichtlich alter Teil des Gehirns den Aktivitätsrhythmus steuert. Die Erkrankung verläuft über sieben bis achtzehn Monate und endet immer tödlich. Sie wurde erstmals im Jahre 1986 beschrieben und ihre Übertragbarkeit im Jahre 1995 nachgewiesen.

Schlaf-Apnoe ist eine Krankheit, unter der hauptsächlich übergewichtige Männer im mittleren Lebensalter leiden. Schätzungsweise jeder vierte bis zehnte Mann ist davon betroffen. Es wird angenommen, dass aufgrund des verringerten Muskeltonus und des Übergewichts die Atemwege während des Schlafens komprimiert werden. Aus diesem Grund wachen die Erkrankten manchmal einige hundert Mal in der Nacht auf. Die Folge ist, dass tiefe Schlafphasen (Stadium III und IV, s. o.) sowie der REM-Schlaf verkürzt bis gar nicht durchlaufen wird. Oft leiden die Menschen sekundär an Depressionen.

Beim Restless-Legs-Syndrom („Wittmaack-Ekbom-Syndrom“) leiden die Patienten unter unangenehmen Missempfindungen oder Bewegungsdrang in den Beinen (oder Armen), sobald sie zur Ruhe kommen, so dass sie nachts nicht einschlafen können. Das RLS ist eine neurologische Erkrankung, die sehr weit verbreitet ist (5 bis 10 Prozent der Bevölkerung). Es wird – auch von den Betroffenen selbst – oftmals lange Zeit nicht als Ursache der Schlafstörungen erkannt. Der entstehende Schlafentzug durch die gestörten Schlafphasen führt zu Tagesmüdigkeit, kognitiven Leistungseinbußen und depressiven Verstimmungen. Eine Behandlung mit Medikamenten ist fast immer möglich.

DSPS (Delayed Sleep Phase Syndrome) ist eine Schlafkrankheit, bei der Betroffene einen untypischen Biorhythmus haben. Sie sind nicht in der Lage, wie normale Menschen bei Müdigkeit unabhängig von der Tageszeit einzuschlafen. Ihnen ist es nur möglich, zu einer späten Tageszeit (frühmorgens) Schlaf zu finden. Die Schlafphase verschiebt sich dementsprechend nach hinten, was zu Problemen mit gesellschaftlichen Normen, welche zum Beispiel bei den Arbeitszeiten zur Anwendung kommen, führen kann.

Narkolepsie ist ein Syndrom von vier Merkmalsbereichen, deren vorherrschendes Symptom eine krankhaft gesteigerte Tagschläfrigkeit sowie ein durch Auslöserereignisse veranlasster Schlaf („Trigger-Schlaf“) oder Verlust der Muskelkontrolle (Kataplexie) ist. Ferner ist oft die Reihenfolge der Schlafphasen verändert, so dass es zu „hypnagogen Halluzinationen“ und zu „Schlaflähmung“ kommen kann. Neurobiologisch liegt der Narkolepsie ein genetischer Defekt im Rezeptor für Orexin (s. o.) zugrunde.

Schlaflähmung tritt auch bei gesunden Menschen manchmal beim Erwachen auf. Die Lockerung der Nervenblockade läuft dann in falscher Reihenfolge ab, so dass zuerst die sensorischen Nerven und danach die motorischen Nerven „freigeschaltet“ werden. In diesem Zustand hört und fühlt der Mensch alles, kann jedoch nichts sagen, sich nicht bewegen, auch nicht die Atmung beschleunigen. Es wird von einem beengenden Gefühl völliger Machtlosigkeit berichtet.

Eine solche Situation tritt auch manchmal bei unzureichend narkotisierten Patienten während einer Operation auf. Manche Formen des Komas sollen ebenfalls von Betroffenen so empfunden werden, auch gibt es Berichte von Drogenkonsumenten über derartige Erfahrungen.

Schlafentzug

Schlafentzug ist das gewollte bzw. ungewollte Verhindern des Schlafens, d. h. die Unterdrückung des Schlafdruckes.

Therapeutischer Schlafentzug

In der Psychiatrie wird der therapeutische Schlafentzug bei der Behandlung der Depression eingesetzt.

Folgen des langanhaltenden Schlafentzugs oder der Schlaflosigkeit

Ratten, die zu Forschungszwecken gewaltsam am Schlaf gehindert wurden, starben schließlich (nach 28 Tagen). Vor ihrem Tod zeigte sich eine Störung der Aufrechterhaltung der Körpertemperatur (Thermoregulation).

Der Weltrekord im Schlafentzug wurde 2007 vom Briten Tony Wright aufgestellt. Er schlief 266 Stunden nicht. Damit hat er den Rekord des 17-jährigen amerikanischen Schülers Randy Gardner aus dem Jahre 1965 gebrochen, welcher 264 Stunden (elf Tage) ohne Schlaf verbrachte. Allerdings ging es Wright nicht wie dem Amerikaner Gardner um den Eintrag ins Guinness-Buch, sondern er wollte zeigen, dass ein Mensch trotz Schlafentzug mit der richtigen Ernährung leistungsfähig bleiben kann. Experten wie der US-Schlafforscher William Dement bezweifeln allerdings, dass sich Menschen überhaupt so lange wach halten können. Während der Rekorde dürften immer wieder Mikroschlafepisoden und Sekundenschlafattacken aufgetreten sein.[20]

Aus einer experimentellen Schlafentzugsstudie wurde bekannt, dass nach 24 Stunden die Versuchspersonen sehr leicht zu reizen waren. Nach 65 Stunden begann eine Frau beim Waschen auf Armen und im Gesicht Spinnweben zu sehen und versuchte verzweifelt, sie zu entfernen. Eine andere Frau beschwerte sich, dass ihr Hut zu eng sei und drücke, obwohl sie keinen trug.

Schlafentzug als Folter oder Strafe

Schlafentzug wurde und wird als Foltermittel eingesetzt und ist und war nicht nur in Diktaturen eine gängige Verhörmethode.

In der Bundesrepublik Deutschland wurden RAF-Häftlinge in Isolationshaft in Zellen mit ständiger Beleuchtung und durch regelmäßiges Wecken am Schlaf gehindert.[21] In der Sowjetunion unter Stalin war Schlafentzug eine gängige Verhörmethode, aber auch in der ehemaligen DDR in Stasigefängnissen bis 1989. Im antiken Rom soll König Perseus von Makedonien als Gefangener durch Schlafentzug getötet worden sein. Aus dem alten China wird berichtet, dass Verbrecher mit dem Tod durch Schlafentzug bestraft wurden.

Kultur des Schlafens

Geschichte

Obwohl der Schlaf seit jeher ein zentraler Faktor der menschlichen Kultur ist - allgegenwärtig, universell, scheinbar durch die Biologie vorgegeben[22] - haben sich Antrophologen bisher kaum um dieses Thema gekümmert. Die ersten anthropologischen Studien zum Thema Schlaf wurden erst 1991 gestartet, zur Analyse des plötzlichen Kindstods.

Jüngere Forschungen zeigen, dass Schlafmuster stark zwischen Kulturen schwanken. Die größten Unterschiede gibt es zwischen Gesellschaften, bei denen künstliches Licht allgemein und ausreichend vorhanden ist, und solchen, bei denen das nicht der Fall ist.[22] Beispielsweise legen sich Menschen in Kulturen der zweiten Gruppe oftmals bereits kurz nach Sonnenuntergang schlafen, um dann jedoch während der Nacht mehrmals – auch für mehrere Stunden – aufzuwachen. Die Grenzen zwischen Schlafen und Wachen sind dabei sehr verwaschen. Die bisher vorwiegend untersuchten westlichen Kulturen sind für die Analyse der Veränderung der Humanökologie in diesem Bereich außerdem nur bedingt zu gebrauchen, da die Verwendung von weichen Schlafunterlagen und das Wohnen in stabilen Häusern einen klaren Kontrast zu traditionell lebenden Völkern darstellt.

Gewisse Gesellschaften kennen Schlafgewohnheiten, bei denen die Menschen zu jeder Tageszeit schlafen, dafür nachts nur kurz. Beispielsweise kennt man in Südeuropa die Siesta, eine längere Ruhezeit am Nachmittag. In vielen nomadischen Kulturen wird ebenfalls während des Tages öfter geschlafen, wenn es die Arbeit gerade zulässt. Bei Völkern, die Ackerbau betreiben wechselt der Schlaf/Wachrythmus außerdem mit der Jahreszeit.

Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wurde das künstliche Licht in vielen Kulturen Allgemeingut. Damit haben sich auch die Schlafgewohnheiten massiv geändert. Es wird häufig später zu Bett gegangen, dafür schläft man morgens länger. Ein Großteil der gesellschaftlichen Aktivitäten (Ausgang, Sport, etc.) wurde in die Abend- oder Nachtstunden verlegt. Besonders bei Jugendlichen gilt es oft als ein Zeichen persönlicher Freiheit, lange und oft bis spätnachts aufbleiben zu können bzw. dürfen.

Geografische Unterschiede

Je nach Kulturkreis wird an verschiedenen Orten geschlafen. Einige Leute schlafen direkt auf dem Fußboden, andere auf Tüchern oder Matratzen, wieder andere auf Podesten oder in Betten. Einige verwenden Leintücher, Wolldecken, Bettdecken oder Kissen. Wohin man sich legt und wie man sich bettet wird maßgebend durch Klima, soziales Umfeld und Wohlstand bestimmt. Worthman und Melby haben die untersuchten Schlafgewohnheiten von verschiedenen Naturvölkern zusammengefasst.[22] Sie kategorisieren die Völker grob in vier Gruppen: Jäger (Ache, Ewe, !Kung u.a.), Viehhalter (Gabra, eine Untergruppe der Oromo, u.a), Ackerbauern (Lese aus der demokratischen Republik Kongo u.a) und Viehzüchter (Balinesen). Da die Jäger vorwiegend nomadisch leben, schlafen sie direkt auf dem Fußboden, einige breiten darauf jedoch Tücher aus, andere betten sich auf Blätter und wieder andere legen sich direkt in den Sand. Die Jäger der Hiwi benutzen Hängematten. Kopfkissen sind dieser Gruppe praktisch unbekannt, eventuell legen sie Blätter oder einen Stapel Kleider unter den Kopf. Auch Decken sind nicht üblich. Bei den Ewe wird gar alle Kleidung beiseite gelegt, um ein Entzünden am brennengelassenen Feuer zu vermeiden.

Die anderen Gruppen, sogar die nomadischen Viehzüchter, schlafen erhöht. Dabei kommen die verschiedensten Konstruktionen für die Bettstatt zum Einsatz, vom festen Holzblock bis zum Gestell mit eingespannter Lederhaut. Die Decken unterscheiden sich ebenso erheblich: Die Gabra decken sich mit dem auch am Tag getragenen Leinengewand zu, die Pathan verwenden jahreszeitabhängige Decken. Kissen sind auch hier die Ausnahme. Zu berücksichtigen ist, dass die einfachen Schlafutensilien nicht bloß ein Nachteil sind: Neben dem Schutz, den diese vor Kälte und anderem Unbill geben, sind sie auch Anziehungspunkt für Parasiten wie Flöhe oder Milben, die Krankheiten übertragen können.

Da wir während des Schlafens anfällig für vielerlei Gefahren sind, versucht man sich, so gut es geht, davor zu schützen:

In einigen Kulturen ist es üblich, mit mindestens einer weiteren Person zusammen zu schlafen, häufig gar mit mehreren oder mit den Haustieren. Welche Personenkreise dabei als „Schlafgruppen“ in Frage kommen, ist wiederum örtlich sehr verschieden. Es können Familienmitglieder, Ehepartner, Kinder, Geschwister, Kinder bestimmten Alters oder Geschlechts, Freunde oder Personen mit einer bestimmten sozialen Stellung sein.[22] In den vorgenannten Gruppen ist es besonders bei den Jägern, die in sehr kleinen Zelten wohnen, normal, sehr dicht aneinander zu schlafen, unabhängig vom sozialen Status, Geschlecht oder Alter. Auch der Gast schläft im gleichen Zelt. Sind Hütten vorhanden, werden die Schlafräume ziemlich bald nach Geschlecht getrennt. In allen untersuchten Völkern ist es nicht üblich, teilweise gar verpönt, beim Schlafen allein zu sein.

Im westlichen Kulturkreis ist es hingegen üblich, alleine oder aber höchstens mit einer sehr nahestehenden Person, z. B. dem Ehepartner gemeinsam das Bett zu teilen. Mit einer „falschen“ Person zusammen zu schlafen gilt praktisch generell als unstatthaft, besonders wenn der Verdacht aufkommen kann, dass es dabei zu sexuellen Handlungen kommen könnte. Besonders in Kulturen, in denen das Miteinander-schlafen kleinerer oder größerer Gruppen üblich ist, darf der Ausdruck jedoch nicht sexuell missinterpretiert werden und wird von den beteiligten Personen auch nicht als Beischlaf empfunden. Im Allgemeinen haben Schlaf und Schlafgewohnheiten keinen direkten Bezug zur Sexualität.

Soll es tatsächlich zum Geschlechtsverkehr kommen, wird im Allgemeinen eine gewisse Intimität gesucht. Bei uns ist das selbstverständlich und schon eine einfache Hütte kann genügen, beim Leben im Zelt ist es schwierig bis unmöglich, wobei sich dann auch niemand daran stört.

Je nach Kulturkreis ist auch die Verteilung des Schlafs über den Tag verschieden. Während Europa und Nordamerika tendenziell eher einen langen Schlaf pro Nacht kennen, wird in Ländern wie China oder Japan der tägliche Schlaf auf mehrere Phasen aufgeteilt, so dass die Nachtschlafphase wesentlich kürzer ist, aber die gesamte Schlafdauer pro 24 Stunden ähnlich lang ist.

Zusammengefasst zeigt die Studie von Worthman und Melby die folgenden Unterschiede zwischen westlicher[23] und traditioneller Schlafkultur:[22]

Westlich Traditionell
Einzeln, Ehepaare bilden die Ausnahme in sozialen Gruppen
Abgedunkelt Abgedunkelt
Ruhig Oft durch den Lärm anderer gestört
Klimaanlage, Lüftung Die Nähe zu anderen und eventuell zu Tieren bestimmt Wärme und Klima. Inuit definieren die Kälte der Nacht über die Anzahl der Hunde, die nötig sind, um warm zu bleiben.
Matratze, Kopfkissen Keine Matratze, manchmal ein Kopfkissen
Kein Feuer in der Nähe Ein Feuer brennt
Jeden Tag gleich Veränderlich
Physische Sicherheit Soziale Sicherheit
Zeitlich und örtlich klar begrenzt (Strikte Arbeitszeiten, Wecker) Keine klaren Grenzen, weder zeitlich noch örtlich

Praktisch alle Schlafforschungen zu Sinn und Zweck des Schlafes (siehe das Kapitel weiter oben) basieren auf westlicher Schlafkultur. Das Schlaflabor entspricht in praktisch idealer Weise unserer Vorstellung von geeigneter Umgebung. Dies ist für viele Forschungen ein klarer Vorteil, unter Anderem wegen der Möglichkeit, gewisse Parameter wie Lärm oder Licht geziehlt regulieren zu können. Allerdings können dabei auch unbewusst Faktoren wegfallen, die für eine ganzheitliche Analyse des Schlafens notwendig sind.

Zukünftige Forschungen dürften sich vermehrt um die kulturübergreifenden Unterschiede des Schlafens kümmern. Eventuell gibt sich aus dem Vergleich einen Hinweis darauf, weshalb Schlafstörungen vorwiegend im Westen beobachtet werden. Es könnte auch sein, dass das Schlafen in sozialen Gruppen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Kindes leistet. Das Forschungsgebiet der Chronobiologie des Menschen steckt noch in den Kinderschuhen.

Bekleidung

Die beim Schlafen getragene Kleidung variiert ebenfalls von Kultur zu Kultur und kann auch individuell oder je nach Geschlecht verschieden sein. Einige Leute tragen Pyjamas, andere (im westlichen Kulturkreis heute vorwiegend Frauen) Nachthemden, andere normale Unterwäsche, wieder andere die gleichen Kleider wie am Tag zuvor. Schließlich wird mitunter auch nackt geschlafen. Bis ins 16. Jahrhundert war das in unserem Kulturkreis generell üblich, denn die Sitte, ein Hemd nachts anzulassen, wurde erst um 1500 in Italien von der Oberschicht praktiziert – wohl vorwiegend während der kalten Jahreszeit.[24]

Über 12 Prozent der Deutschen schlafen nackt. Der größte Teil der Bevölkerung bevorzugt Pyjamas oder Nachthemden.[25] Verschiedene Quellen empfehlen, besonders nachts weite oder gar keine Kleidung zu tragen. Caroline F. Pukall von der Queens University empfiehlt insbesondere Frauen, nackt oder zumindest ohne Unterwäsche zu schlafen, um Entzündungen der Vulva durch Pilze und andere Verunreinigungen vorzubeugen.[26] Auch Männer sollten keine zu enge Unterwäsche tragen, da dadurch die Qualität der Spermien leiden kann. Daher sollten Männer ebenfalls entweder nackt oder mit weiten Hosen schlafen (weiter Pyjama, Boxershorts, Turnhose ohne Innenslip etc.).[27] Aus hygienischen Gründen ist es ebenfalls nicht empfehlenswert, nachts die gleiche Wäsche zu tragen wie am Tag. Wer ganz nackt schläft, sollte die Bettwäsche öfter wechseln, denn der Körper scheidet bis zu einem Liter Schweiß pro Nacht aus, der sich auch in der Bettwäsche festsetzt. Bei kaltem Wetter wird empfohlen, mindestens ein T-Shirt zu tragen, um die Schulterpartie und die Halsgelenke vor Unterkühlung zu schützen. Sonst kann es zu Gelenk- oder Gliederschmerzen und Erkältungen kommen.

Träumen

Hauptartikel: Traum

Als Traum wird das psychische Erleben im Schlaf bezeichnet, das überwiegend von visuellen und akustischen Wahrnehmungen geprägt ist. Kognitive Fähigkeiten wie begriffliches Denken und kausal-logisches Erinnern treten dabei in den Hintergrund. Während des Traumgeschehens ist eine Unterscheidung zwischen psychischem Erleben und körperlicher Sinneswahrnehmung aufgehoben, wodurch innere psychische Prozesse als äußere physische Realität erlebt werden. Die meisten Träume sind nach dem Erwachen oft schwer oder überhaupt nicht erinnerbar. Wir erinnern uns allerdings fast immer an lebhafte Träume, wenn wir direkt aus der REM-Phase aufwachen. Im REM-Stadium ist das Gehirn so aktiv wie beim Einschlafen, daher ist dies auch ein optimaler Zeitpunkt zum Aufwachen.

Nur in seltenen Fällen erlebt der Schlafende einen Klartraum, d. h., er ist sich vollends bewusst, dass er träumt und kann sein Handeln im Traum aktiv beeinflussen.

Die wissenschaftliche Disziplin der Traumforschung ist die Oneirologie. Oft wird dieser Begriff auch für die Traumdeutung verwendet.

Mythen und Fakten

Obwohl Schnarchen für die meisten Leute harmlos sein dürfte, könnte es ein Hinweis auf eine lebensbedrohende Schlafkrankheit Namens Schlafapnoe sein, besonders wenn es mit großer Müdigkeit am Tag einhergeht. Der an Schlafapnoe Leidende atmet mit großen Unterbrüchen, was zu Sauerstoffmangel führen kann. Personen, die darunter leiden erwachen in der Nacht und hecheln nach Luft. Die Atempausen reduzieren den Sauerstoffanteil im Blut, belasten das Herz und den Blutkreislauf und können zu Herz-Kreislauferkrankungen führen.[28]

Diese „Hilfen“ sind kurzzeitig und können für die Person gefährlich werden, wenn trotz Müdigkeit oder Schwindelgefühlen weiter gefahren wird. Wer sich während der Fahrt müde fühlt, sollte baldmöglichst anhalten und ruhen. Koffeinhaltige Getränke verschieben nur die Müdigkeit.[28] Laut Spork (Das Schlafbuch, 2007) hilft es am effektivsten, sofort einen Parkplatz aufzusuchen, ein starkes koffeinhaltiges Getränk zu trinken und danach zu schlafen. Das Koffein weckt die Person nach etwa 30 Minuten und man kann Studien zufolge möglichst unfallfrei weiterfahren. Die Kombination aus Schlaf und Koffein wirkte in den Studien besser als jede der Maßnahmen alleine.

Übermäßige Müdigkeit am Tag kann eine Folge von Schlafmangel sein. Sie kann jedoch auch als Folge einer Schlafkrankheit wie Narkolepsie oder Schlafapnoe sein. Eine betroffene Person ist immer müde, selbst wenn sie lange genug geschlafen hat. Diese Symptome sollten mit einem Arzt besprochen werden, die Krankheiten sind oft heilbar. Wer sich dieser Krankheiten nicht bewusst ist, kann für sich oder andere zur Gefahr werden, etwa durch Sekundenschlaf beim Autofahren oder plötzliche Unaufmerksamkeit am Arbeitsplatz.[28] Schlafmediziner nennen dieses Krankheitsbild „Nicht erholsamer Schlaf“.

Trivia

Siehe auch

Literatur

 Commons: Schlaf – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Schlaf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Wikiquote: Schlaf – Zitate

Videos

Einzelnachweise

  1. a b NZZ Folio Schläft auch der Regenwurm?
  2. Wie Tiere schlafen
  3. Lilli Binzegger (November 1993). Warum schlafen wir eigentlich? Interview mit Alexander Borbély, Schlafforscher.. NZZ Folio. Gefunden am 27.4.08.
  4. a b c Dr. Jürgen Staedt. Evolution und Funktion des Schlafens. Gefunden am 27.4.08.
  5. Staedt J., Stoppe G. (2001): Evolution und Funktion des Schlafes. Fortschritte Neurologischer Psychiatrie; 69:51-57
  6. Staedt J., Stoppe G. (2004): Are sleep and its disorders of interest for psychiatric and psychosomatic medicine? In: Advances in Psychosomatic Medicine. Ed. Diefenbacher A. Karger Basel; 26:1-6
  7. Gumustekin, K., Seven, B., Karabulut, N., Aktas, O., Gursan, N., Aslan, S., Keles, M., Varoglu, E., & Dane S. (2004). Effects of sleep deprivation, nicotine, and selenium on wound healing in rats [Electronic version]. Neuroscience, 114, 1433-1442.
  8. A. Zager, M. L. Andersen, F. S. Ruiz, I. B. Antunes, and S. Tufik: Effects of acute and chronic sleep loss on immune modulation of rats. In: Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol. 293, 2007, S. R504-R509. doi:10.1152/ajpregu.00105.2007
  9. Bonnet, M. H. & Arand, D. L. (2003). Insomnia, metabolic rate and sleep restoration [Electronic version]. Journal of Internal Medicine, 254, 23-31.
  10. Jenni, O. G., Molinari, L., Caflisch, J. A., & Largo, R. H. (2007). Sleep duration from ages 1 to 10 years: Variability and stability in comparison with growth [Electronic version]. Pediatrics, 120, e769-e776.
  11. Van Cauter, E., Leproult, R., & Plat, L. (2000). Age-related changes in slow-wave sleep and REM sleep and relationship with growth hormone and cortisol levels in healthy men [Electronic version]. Journal of the American Medical Association, 284, 861-868.
  12. Daan S, Barnes BM, Strijkstra AM: Warming up for sleep? Ground squirrels sleep during arousals from hibernation. In: Neurosci. Lett.. 128, Nr. 2, 1991, S. 265–8
  13. Marks et al., 1995
  14. Mirmiran et al., 1983
  15. Morrissey, Duntles & Anch, 2004
  16. Turner, T. H., Drummond, S. P. A., Salamat, J. S., & Brown, G. G. (2007). Effects of 42 hr sleep deprivation on component processes of verbal working memory [Electronic version]. Neuropsychology, 21, 787-795.
  17. Born, J., Rasch, J., & Gais, S. (2006). Sleep to remember [Electronic version]. Neuroscientist, 12, 410.
  18. Datta, S. (2000). Avoidance task training potentiates phasic pontine-wave density in the rat: A mechanism for sleep-dependent plasticity [Electronic version]. The Journal of Neuroscience, 20, 8607-8613.
  19. Allison & Cicchetti, 1976; Webb, 1982
  20. Quelle: Spork, 2007, Das Schlafbuch
  21. Amnesty International (Hrsg.): Arbeit zu den Haftbedingungen in der Bundesrepublik Deutschland. Isolation und Isolationshaft (Bonn, 1980)
  22. a b c d e Carol M. Worthman and Melissa K. Melby: 6. Toward a comparative developmental ecology of human sleep. In: A comparative developmental ecology (PDF), Emory University
  23. Gemeint ist hier nicht der geografische, sondern der kulturelle Westen.
  24. http://derstandard.at/?url=/?id=2340914 Geschichte des Nachtgewands
  25. http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/549216.html?eid=548671 Studie zu Schlafgewohnheiten in Deutschland
  26. Pukall, Carolyn F, PhD. Vulvar Health Hints. article. Queen's University. Gefunden am 2006-12-23.
  27. Infertility. article. United States Federal Government. Gefunden am 2006-12-23.
  28. a b c Mythen und Fakten über den Schlaf (Englisch)
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