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Melken

Melken wird die Tätigkeit genannt, bei der aus einem Euter Milch gewonnen wird. Meist werden Tiere wie Rinder, Ziegen und Schafe gemolken. Das Melken wurde lange Zeit von Hand durchgeführt, jedoch setzten sich in letzter Zeit Melkmaschinen immer stärker durch.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Melken simuliert das Saugen eines Jungtieres am Euter der Mutter. Wie oft ein Tier am Tag gemolken werden muss, hängt von der jeweiligen Rasse, der Milchleistung (siehe Laktationskurve) und der Fütterung des Tieres ab. Kühe werden in der Regel morgens und abends gemolken, vor der Geburt eines neuen Kalbes stehen sie einige Wochen trocken.

Händische Melktechniken

Das Melken eines Tieres von Hand erfordert einiges an Übung, besonders wenn auf Melkgeschwindigkeit geachtet wird. Der Melkende nimmt auf einem Melkschemel an der Seite des Tieres Platz. Danach greift der Melkende die Zitzen an der Wurzel, indem er Daumen und Zeigefinger zum Ring schließt und die übrigen Finger nacheinander eine Faust bilden. Geübte Personen können bei Ziegen bis zu einem Liter Milch pro Minute melken. Die Milch wird bei dieser Methode in einem Melkeimer aufgefangen.

Ein in der ethnographischen Literatur aus vielen Ländern berichtetes Verfahren ist das cow blowing[1] (zu deutsch Kuhblasen) bei dem durch kräftiges Einblasen von Luft in die Vagina – bisweilen auch in den After – der Kuh eine verbesserte Milchausbeute zu erreichen versucht wird. Die physiologische Wirkung dieser Praktiken ist unklar.

Melkmaschinen

Bei der Verwendung von Melkmaschinen werden so genannte Melkbecher um je eine Zitze des Euters gelegt. Danach beginnt die Maschine im Sekundentakt, angetrieben durch eine Vakuumpumpe und den Pulsator, zu saugen und zu massieren. Durch den Unterdruck im Melkbecherinnenraum wird hierbei die Milch entzogen. Ist die Maschine richtig eingestellt und gewartet, verspürt das Tier keine Schmerzen beim Melken. Es gibt zwei unterschiedliche Melkverfahren: Gleichtakt und Wechseltakt. Beim Gleichtakt pulsieren alle Melkbecher zugleich und beim Wechseltakt paarweise abwechselnd. Das Gleichtaktmelken ist dabei vorzuziehen, da es dabei nicht zu Infektionen zwischen verschiedenen Euterviertel kommen kann und eine deutlich bessere Entlastung zustande kommt. Es ist darauf zu achten, dass der Hauptmilchschlauch nach oben geführt wird, wobei sich dabei die Meinungen scheiden. Ein weiterer Vorteil des Gleichtaktverfahrens ist ein deutlich besserer Ausmelkgrad. Die Milch wird über Schläuche gleich in die passenden Behältnisse gefüllt und der Kühlung zugeführt. Ein unerwünschter Effekt dabei ist das Blindmelken.

 Commons: Milking – Bilder, Videos und Audiodateien