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Mitsubishi G4M

Die Mitsubishi G4M Hamaki (Zigarre) war der bekannteste japanische Ganzmetall-Bomber im Zweiten Weltkrieg im Pazifikraum. Er flog die meisten Einsätze während des Pazifikkriegs und bekam von den Alliierten den Codenamen Betty. Die G4M wurde auch als Torpedobomber eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das von Mitsubishi Jukogyo K.K. gebaute Flugzeug wurde von der Kaiserlichen Japanischen Marine für die japanische Marineluftwaffe in Auftrag gegeben. Nach den Plänen von Mitsubishi sollte die Maschine eigentlich mit vier Motoren ausgestattet werden, aber die Marine entschied sich für eine zweimotorige Version. Die besondere Eigenschaft dieses Bombers war seine große Reichweite, die durch in die Tragflächen integrierte Tanks ermöglicht wurde.

Nach dem Erstflug am 23. Oktober 1939 hatte die G4M ihren ersten überaus erfolgreichen Kriegseinsatz in Südostchina im Mai 1941.

Die Mitsubishi G3Ms und ihr weiter entwickelter Nachfolger G4Ms hatten ihren größten Erfolg, als sie am 10. Dezember 1941 in den Gewässern von Malaysia das britische Schlachtschiff HMS Prince of Wales und den Schlachtkreuzer HMS Repulse mit panzerbrechenden Bomben und Torpedos versenkten, zwei Tage nach dem Angriff auf Pearl Harbor. Die Prince of Wales und die Repulse sind die ersten Schlachtschiffe, die jemals ausschließlich durch einen Luftangriff auf offener See versenkt wurden.

Mehr als 250 Maschinen waren während der Invasionen auf den Philippinen und in Malaysia beteiligt. Doch nach der Schlacht um Guadalcanal im August 1942 hatte sich herausgestellt, dass die großen, langsamen, ungepanzerten und träge reagierenden Maschinen, wenn sie getroffen wurden, wie eine Fackel in Feuer aufgingen und abstürzten. Das brachte der G4M den zusätzlichen Spitznamen One-Shot Lighter ein.

Am 18. April 1943 starb Admiral Yamamoto, Befehlshaber der japanischen Pazifikflotte und Initiator des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor, im Wrack einer abgeschossenen G4M - eine Gruppe von zweimotorigen US-Jägern Lockheed P-38 Lightning hatte den Verband überraschend angegriffen.

Mit zunehmender Verschlechterung der Kriegslage wurden aufgrund der hohen Verluste Tagesangriffe praktisch unmöglich, sodass nur mehr Nachteinsätze erfolgten. Weiters wurde eine Sonderversion des Bombers gegen Kriegsende als Trägerflugzeug für die bemannten Ōka-Kamikaze-Gleitbomben (Yokosuka MXY-7) verwendet.

Die Mitsubishi G4M wurde in vier Hauptversionen gebaut. Dies waren die G4M1 Modell 11, G4M2 Modell 22, G4M3 Modell 34 und die G6M1. Daneben gab es noch einige Unterversionen, wie beispielsweise die G6M1-L2, die als Transportflugzeug ausgelegt war. Insgesamt wurden 2.479 Maschinen gebaut von denen am Ende des Krieges nur mehr etwa 160 Maschinen vorhanden waren.

Am 19. August 1945 erfolgte der Transport der japanischen Kapitulationsdelegation in zwei G4M1 Maschinen nach Iejima auf den Ryukyu-Inseln. Dabei trugen die Flugzeuge einen weißen Anstrich mit grünen Kreuzen als Kapitulationsmarkierung.

Technische Daten

Mitsubishi G4M
Kenngröße Daten
Länge    20,00 m
Flügelspannweite    25,00 m
Höhe    6,00 m
Antrieb    Zwei Mitsubishi MK4A Kasei 14-Zylinder-Sternmotoren mit 1.530 PS
(1.825 PS bei G4M2d Modell 27, G4M2c Modell 26 und G4M3 Modell 36)
Höchstgeschwindigkeit    455 km/h in 4.500 m Höhe
Größte Reichweite    5.040 km
Besatzung    Sieben Mann (zehn Mann in der G6M1)
Dienstgipfelhöhe    9.000 m
Bewaffnung    Zwei 20-mm-Kanonen, vier 7,7-mm-MGs
und bis zu 2.200 kg Bomben (inkl. ein 800 kg Torpedo)
Gesamtgewicht   
  • Leergewicht zwischen 6.800 kg und 8.350 kg (je nach Version)
  • Beladen zwischen 9.500 und kg 12.500 kg (je nach Version)

Siehe auch

 Commons: Mitsubishi G4M – Bilder, Videos und Audiodateien

Literatur