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Otto Appel

Friedrich Carl Louis Otto Appel (* 19. Mai 1867 in Coburg; † 10. November 1952 in Berlin) war ein deutscher Phytomediziner. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Appel“.

Er war von 1920 bis 1933 Direktor der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Berlin-Dahlem und entwickelte diese Institution zu einer international anerkannten Forschungsstätte. Gleichzeitig organisierte er in ganz Deutschland einen leistungsfähigen Pflanzenschutzdienst.

Inhaltsverzeichnis

Lebensweg

Otto Appel, Sohn eines Kaufmanns, begann zunächst eine Lehre als Apotheker, studierte seit 1890 Botanik an der Universität Breslau und ab 1893 an der Universität Würzburg, wo er 1897 bei Julius Sachs mit einer Arbeit über Pflanzengallen zum Dr. phil. promoviert wurde. 1898 erhielt er eine Anstellung als Assistent am Bakteriologischen Institut der Universität Königsberg. 1899 folgte er einem Angebot zur Übernahme einer „Hilfsarbeiterstelle“ an der neugegründeten „Biologischen Abteilung für Land- und Forstwirtschaft des Kaiserlichen Gesundheitsamtes“ in Berlin. Zunächst arbeitete er dort im Botanischen Laboratorium, das er seit 1903 leitete. 1913 wurde er zum Geheimen Regierungsrat ernannt. Von 1920 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1933 war er Direktor der aus der Biologischen Abteilung des Kaiserlichen Gesundheitsamtes hervorgegangenen Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Berlin-Dahlem. Er wirkte maßgeblich bei der Wiedererrichtung des "Verbandes Deutscher Pflanzenärzte" mit, der 1949 unter der Bezeichnung "Vereinigung Deutscher Pflanzenärzte" als berufsständische Vertretung von Phytomedizinern fungierte. Otto Appel war Ehrenvorsitzender der Vereinigung Deutscher Pflanzenärzte und damit gleichzeitig das erste Mitglied der später in "Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft e.V." umbenannten Fachgesellschaft. Ihm zu Ehren wird bis heute die Otto-Appel-Denkmünze für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Phytomedizin verliehen.

Forschungsleistungen

Appels wissenschaftliches Interesse galt besonders der Kartoffel. Durch zahlreiche Aktivitäten förderte er nachhaltig den Kartoffelanbau in Deutschland. Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Kartoffelbau-Gesellschaft gründete er 1919 ein Forschungsinstitut für Kartoffelbau, dessen Leitung er bis 1923 innehatte. Später gelang es ihm, dieses Institut in die Biologische Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft einzugliedern. Wegweisende Forschungsbeiträge publizierte Appel über die Verhütung von Krankheiten und Schädlingen bei der Kartoffel durch die Verwendung von gesundem Pflanzgut. Wegweisend für die landwirtschaftliche Praxis wurde seine 1918 erstmal publizierte Schrift „Die Pflanzkartoffel“. Bedeutsam für den Landbau waren auch seine erfolgreichen Versuche zur Bekämpfung von Brandkrankheiten bei Getreide.

Als Direktor der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft hat Appel den Pflanzenschutzdienst in Deutschland richtungweisend organisiert. Er gründete Zweigstellen dieser Anstalt an vielen Orten innerhalb des damaligen Reichsgebietes und übertrug ihnen bestimmte Spezialaufgaben. Durch seine Aktivitäten beeinflusste er entscheidend das 1937 erlassene „Gesetz zum Schutz landwirtschaftlicher Kulturpflanzen“. In einem 1919 veröffentlichten Beitrag über „Die Zukunft des Pflanzenschutzes in Deutschland“ forderte er, Lehrstühle für Pflanzenpathologie an den Universitäten in Deutschland einzurichten. Er selbst hielt als Honorarprofessor seit 1921 Vorlesungen an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin.

Appel war Herausgeber bzw. Mitherausgeber bedeutender Werke seines Fachgebietes. So hat er mehrere Bände von Paul Sorauers „Handbuch der Pflanzenkrankheiten“ mitherausgegeben. Die von ihm selbst herausgegebenen „Taschenatlanten“, die die wichtigsten Krankheiten und Schädlinge der Kulturpflanzen behandeln und in vorbildlicher Weise von dem Kunstmaler August Dressel illustriert wurden, waren jahrzehntelang hochgeschätzte Ratgeber in der landwirtschaftlichen Praxis. Von dem erfolgreichen Buch Albrecht Conrad Thaers über „Die landwirtschaftlichen Unkräuter“ (Erstauflage 1881) hat Appel 1923 und 1927 zwei weitere Auflagen herausgegeben. Bedeutsam für das Selbstverständnis der am Pflanzenbau orientierten Agrardisziplinen ist auch heute noch sein 1930 veröffentlichter Beitrag „Pflanzenpathologie und Pflanzenzüchtung“. Nachdrücklich fordert er hier eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Fachdisziplinen.

Ehrungen und Auszeichnungen

Für sein erfolgreiches Wirken auf dem Gebiet der Phytomedizin wurde Appel vielfach geehrt und ausgezeichnet. Allein die Ehrendoktorwürden der Hochschulen bzw. Universitäten Wien, Sofia und Berlin dokumentieren die Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen im In- und Ausland. Anlässlich seines 85. Geburtstages im Jahre 1952 wurde ihm das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Im gleichen Jahr stifteten Wissenschaft und Industrie die „Otto-Appel-Denkmünze“, die bis heute als höchste Auszeichnung des Deutschen Pflanzenschutzdienstes an verdiente Persönlichkeiten verliehen wird. 1992 hat der Senat von Berlin die Grabstätte von Otto Appel auf dem St.-Annen-Friedhof als Ehrengrabstätte Berlins anerkannt.

Literatur (Auswahl)

Literatur

Personendaten
Appel, Otto
deutscher Phytomediziner
19. Mai 1867
Coburg
10. November 1952
Berlin