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Makaronesien

Mit Makaronesien oder Makaronesische Inseln (griech.: Gesegnete/Glückliche Inseln; makar – gesegnet/glücklich, nesos – Insel) wurden in der Vegetationskunde und Pflanzengeographie die im östlichen Zentralatlantik liegenden Inselgruppen vulkanischen Ursprungs bezeichnet. Der Begriff stammt ursprünglich vom Botaniker Philip Barker Webb aus den Jahren 1835–1850, in denen er mit Sabin Berthelot die Histoire naturelle des Iles Canaries herausgab. Trotz der großen Entfernungen, so nahm man lange Zeit an, herrschten große Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Tier- und Pflanzenwelt zwischen den einzelnen Inseln.

Der Begriff umfasst fünf Inselgruppen als Unterregionen:

Teilweise wird irrtümlich in der Literatur statt Makaronesien (Inseln der Glückseligen) auch der Begriff „Makronesien“ (weite Inseln) verwendet. Der Begriff ist der antiken griechischen Geografieliteratur entnommen, in der die jenseits des Mittelmeers gelegenen Inseln als μακάρων νῆσοι, als Inseln der Glückseligen bezeichnet wurden (anlehnend an die Vorstellungen vom Elysium, das von den Dichtern schon in archaischer Zeit als im Westen gelegen gedacht wurde). Unter den Naturforschern der frühen bis mittleren Kaiserzeit (z. B. Plinius maior, Ptolemaios) fand dann die Identifizierung mit bis zu acht auch heute unter den Begriff fallenden Inseln statt.

Zweifel an der Verwandtschaft der Pflanzen Makaronesiens

Vermeintlich gleiche Arten verschiedener Pflanzen stellten sich in neuesten Untersuchungen als unterschiedlich heraus, da sie irrtümlich synonymisiert wurden; andere wurden erst später eingeführt und können so nicht mit Arten anderer Inseln verwandt sein. Jüngste molekularbiologische Untersuchungen stellten dies für einige untersuchte Arten ebenfalls fest. So kam der Biologe Hanno Schäfer 2003 zu dem Schluss, dass die Azoren zur Medio-Europäischen, die Kanaren und Madeira zur Mediterranen und die Kapverden zur Sudano-Sambesischen Region gehören.[1]

Quellen

  1. Hanno Schäfer: Chorology and Diversity of the Azorean Flora, Dissertationes Botanicae 374. J. Cramer, Stuttgart 2003, ISBN 3-443-64286-1.

Koordinaten: 24° 15' 24" N, 22° 28' 16" W