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Thann

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Thann (Begriffsklärung) aufgeführt.
Thann
Staat Frankreich
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Thann (Unterpräfektur)
Kanton Thann (Chef-lieu)
Geographische Lage 47° 48′ N, 7° 6′ OKoordinaten: 47° 48′ N, 7° 6′ O
Höhe 343 m
(328 m–922 m)
Fläche 12,51 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(1999)
8033 Einwohner
642 Einw./km²
Postleitzahl 68800
INSEE-Code 68334
Website http://www.ville-thann.fr/

Thann ist eine Stadt im Elsass im Département Haut-Rhin mit 8033 Einwohnern (1999). Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur (Sous-préfecture) des Arrondissements Thann.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Thann liegt in den Vorbergen der Vogesen am Flüsschen Thur ca. 15 km nordwestlich von Mülhausen.

Geschichte

Thann wurde urkundlich erstmals im Jahr 1290 erwähnt, Stadtrecht erhielt es 1360. Die Stadt war bis zum Dreißigjährigen Krieg Teil von Vorderösterreich.

1659 kam die Stadt durch Schenkung von König Ludwig XIV. in den Besitz von Kardinal Jules Mazarin, den der Sonnenkönig für seine Verdienste belohnen wollte.

Den Adelstitel eines Grafen von Thann und Rosemont (frz. Comte de Thann et de Rosemont) trägt heute der jeweils regierende Fürst von Monaco (seit 2005 Fürst Albert II. von Monaco).

Im 19. Jahrhundert und bis in die 1960er Jahre hinein war Thann stark von der Textilindustrie geprägt. Dazu gesellte sich eine Chemiefabrik zur Unterstützung der Textilproduktion (Färberei). Dieses heute noch existierende Werk gilt als die älteste Chemiefabrik in Europa. Den Interessen der örtlichen Industrie ist es auch zu danken, dass 1839 eine der ersten französischen Zugverbindungen für den Personenverkehr von Mülhausen nach Thann eröffnet wurde.

Im Krieg von 1870 fiel Thann mit dem Elsass an das Deutsche Reich. Einige Einwohner verließen die Stadt, weil sie französisch bleiben wollten. Im Ersten Weltkrieg wurde Thann schon 1914 von Frankreich zurückerobert, nicht ohne erhebliche Zerstörungen hinnehmen zu müssen, und war vier Jahre lang „Hauptstadt des befreiten Elsass“.

Heute ist Thann eine Dienstleistungs- und Touristenstadt, in der auch der Weinbau eine nicht unbeträchtliche Rolle spielt. So befindet sich auf dem Gemeindegebiet auch eine der bekanntesten Weinbaulagen des Elsass, der Rangen. Diese Lage ist eine von insgesamt 50 Alsace Grand Cru-Lagen.

Politik

Thann pflegt Städtepartnerschaften mit Gubbio in Umbrien (Italien) und Tonneins in Aquitanien (Frankreich). Freundschaftliche Beziehungen bestehen mit Sigmaringen in Baden-Württemberg (Deutschland).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptartikel: Münster zu Thann

Das gotische Münster St. Theobald mit seinen prächtigen und gut erhaltenen Sandsteinfiguren (Gotischer Torbogen), Bleiglasfenstern und Heiligenfiguren ist nach dem Straßburger Münster eines der besten Beispiele Oberheinischer Gotik im Elsass. Es wurde vom 13. bis zum 15. Jahrhundert erbaut, der 78 m hohe Turm wurde 1516 vollendet.

Ausflugsziele gibt es in der weiteren Umgebung (Vogesen – Elsässer Belchen) und ganz in der Nähe: Die Ruine der Burg „Engelsburg“ ist über der Stadt zu besichtigen. Kurios ist deren umgekippter Bergfried, der in der Region auch als „Hexenauge“ bezeichnet wird.

Zu den Sehenswürdigkeiten in der Umgebung gehört das Staufen-Kreuz, ein Monument in Form eines Lothringerkreuzes. Es wurde 1949 zur Feier der 300-jährigen Zugehörigkeit von Teiles des Elsasses zu Frankreich seit 1648 errichtet. Das Denkmal kam 1981 in die Schlagzeilen, weil es innerhalb eines halben Jahres zweimal von Separatisten der Elsässischen Kampfgruppe Schwarze Wölfe (ESKW) gesprengt wurde.

Persönlichkeiten

Literatur