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Leica Camera

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Leica Camera AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Unternehmenssitz Solms, Deutschland
Unternehmensleitung
Mitarbeiter 939 (Stand: Geschäftsjahr 2006/2007)
Umsatz 145,7 Mio Euro (Stand: Geschäftsjahr 2006/2007)
Produkte

Fotoapparate
Diaprojektoren
Ferngläser

Website www.leica-camera.de

Die Leica Camera AG (Leica: Abkürzung für Leitz(sche) Camera) ist ein Unternehmen aus Deutschland, das in der Optischen Industrie tätig ist. Das Unternehmen hat sich auf die Fertigung von Fotoapparaten und Ferngläsern spezialisiert. Die Leica Camera AG entstand 1986 aus der Ernst Leitz Wetzlar GmbH, die das Nachfolgeunternehmen des von Carl Kellner 1849 in Wetzlar gegründeten Optischen Instituts gewesen ist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits 1849 wurde das Optische Institut durch Carl Kellner in Wetzlar gegründet, aus dem 1869, von Ernst Leitz aufgebaut, die Ernst Leitz Werke hervorgingen. Sowohl das Institut, als auch die Ernst Leitz Werke beschäftigten sich zunächst ausschließlich mit der Herstellung von Mikroskopen. 1920 übernahm sein Sohn Ernst Leitz II die Unternehmensführung und beschloss 1924, trotz einer wirtschaftlich schweren Zeit, die Fertigung einer Kleinbildkamera in Großserie. Die Grundlage der Kamera war eine Konstruktion von Oskar Barnack, der für Ernst Leitz arbeitete. In die Kamera konnte man den damals üblichen 35-mm-Kinofilm einspulen (Kleinbildfilm). Der Erfolg der Ur-Leica war enorm und nicht vorhersehbar.

Die Ernst Leitz GmbH blieben im Zweiten Weltkrieg von Schäden verschont und so konnte die Produktion nach Kriegsende sofort wiederaufgenommen werden. Nach der Gebietsreform in Hessen, benannte man sich in Ernst Leitz Wetzlar GmbH um, da man befürchtete, den bekannten Namen Wetzlar durch die Städtezusammenlegung von Gießen und Wetzlar zur Stadt Lahn zu verlieren.

1986 spaltete sich das Unternehmen in die drei eigenständigen Unternehmen Leica Camera AG, Leica Microsystems GmbH und Leica Geosystems AG auf. Die Leica Camera AG zog daraufhin von Wetzlar nach Solms um.

Die weitere Entwicklung des Namens Leica wurde von der Geschichte bestimmt. 1990 lässt die Fusion der Wild Leitz Holding AG (entstanden 1987 durch die Übernahme der Ernst Leitz Wetzlar GmbH von der 1921 gegründeten Wild Heerbrugg AG) mit The Cambridge Instrument Company plc den neuen Konzern Leica Holding B. V. entstehen. Damit steht der Name Leica auch für den führenden Anbieter von Mikroskopen, Vermessungs- und Photogrammetriesystemen sowie optisch-wissenschaftlichen Instrumenten.

1990 wurde das Zett-Geräte-Werk (ehemals zur Firmengruppe Zeiss-Ikon gehörig) als Leica Projektion GmbH Zett Geräte in die "Leica Camera Gruppe" übernommen, aber bereits 2004 an die Beteiligungsgesellschaft Allegra Capital GmbH verkauft.

1996 ging die Leica Camera AG an die Börse.

Die Fertigung des Leica-Kamerasystems erfolgt in Deutschland und Portugal. Die analogen Kompaktkameras wurden in Asien gefertigt. Zeitweise erfolgte eine Zusammenarbeit mit Minolta, Fuji und heute mit Matsushita/Panasonic.

Im Frühjahr 2005 machte Leica Camera AG wegen unsicherer finanzieller Lage internationale Schlagzeilen. Der Luxusgüterkonzern Hermès verkaufte im November 2006 seinen Anteil von 36,2 Prozent an Leica an die Salzburger Holding ACM Projektentwicklung, eine 100%ige Tochtergesellschaft der Sokrates Privatstiftung der österreichischen Investorenfamilie Gebrüder Kaufmann. Die Familie Kaufmann hatte bereits seit August 2004 erste Anteile an Leica Camera erworben. Hermès behielt jedoch Wandelanleihen von Leica im Wert von 7,5 Millionen Euro. ACM hielt damit zunächst 88 % des Leica-Kapitals, stockte den Anteil aber bis Ende 2007 auf rund 96,5 Prozent auf. Ende 2007 gab ACM bekannt, Leica Camera komplett übernehmen zu wollen. Die Hauptversammlung beschloss im November 2007, die Minderheitsaktionäre per Squeeze-out zwangsweise abzufinden. Voraussichtlich 2008 soll die Leica Camera AG dann wieder von der Börse genommen werden.

Kameras

Mit den Leica-Kameras war es erstmals möglich, als Fotograf eine hochwertige und dabei relativ kleine Kamera immer dabeizuhaben, da es sonst nur Mittelformatkameras (mit Rollfilm) oder gar sperrige Großformatkameras gab. Dieser Vorzug wurde zuerst von einer künstlerischen und journalistischen Avantgarde erkannt und genutzt. Damit wurde eine neue Art von dynamischer Reportage-Fotografie erst möglich. Leica-Kameras gab es in einer Vielzahl von weltweiten Nachbauten beziehungsweise Kopien. Eine der ersten ernsthaften Konkurrenzfirmen war Zeiss-Ikon mit der Contax.

Die erste Leica Ia verfügte noch über ein festeingebautes Objektiv. Sehr bald waren aber die Objektive über ein Wechselgewinde austauschbar (Schraubleica); die Leica wurde so zur Systemkamera. Die Leica-Sucherkamera mit Wechselgewinde, kurz „Schraubleica“, wurde bis in die Nachkriegszeit stetig weiterentwickelt.

Seit 1954 existiert die Baureihe „M“ (Leica M), an der sich die Objektive nicht mehr abschrauben, sondern über ein Bajonett blitzschnell wechseln lassen. Außerdem verfügt die „M“ über einen Messsucher, mit dem gleichzeitig scharf gestellt und das Bild komponiert wird. Das neueste Modell der Baureihe „M“ verfügt heute über TTL-(Blitz-)Belichtungsmessung, Zeitautomatik und DX-Filmerkennung. Eine Leica M eignet sich v.a. für Weitwinkelaufnahmen, Fotografie mitten im Geschehen (auch durch einen sehr leisen Auslöser) sowie Aufnahmen bei wenig Licht ohne Blitz.

1965 erschien die erste Spiegelreflex-Systemkamera aus dem Hause Leitz-Wetzlar. Die Leicaflex war anfangs noch rein mechanisch. Seit Beginn der 70er Jahre wurde die Leicaflex durch die Baureihe „R“ abgelöst. Die Leica R ist größer und schwerer als die klassische (Mess-)Sucherleica, bietet dafür aber mehr Automatikfunktionen und Komfort sowie eine größere Objektivpalette in allen Bereichen. Mit dem zur Photokina 2004 vorgestellten digitalen Rückteil („Digitalmodul R“) wird die aktuelle Leica R zur ersten Kleinbild-Hybridkamera, die wahlweise analog und digital betrieben werden kann.

Außerdem fertigt die Leica Camera AG auch einfachere Sucherkameras, Digitalkameras, Ferngläser, Spektive und Diaprojektoren.

Leica ist bei Fotografen insbesondere für die überragende optische und mechanische Qualität der Objektive bekannt. Charakteristisch ist auch die „Systemkompatibilität“ über Jahrzehnte, das heißt, alte und neue Kameras, Objektive und Zubehör lassen sich frei kombinieren. Alte, schon lange nicht mehr gefertigte Modelle bleiben deshalb für ihre Besitzer nutzbar und werden auch noch repariert. Dieser Aufwand schlägt sich in einem sehr hohen Preis für Leica-Produkte nieder.

Es existiert eine große weltweite Sammlerszene für Leica-Kameras, für die exklusive Sondereditionen gefertigt werden.

Schraubleicas (1913–1960)

Hauptartikel: Schraubleica

Zentrale Idee hinter der Leica war von Anfang an, eine kompakte Kamera mit einem, für damalige Verhältnisse, kleinen Filmformat zu konstruieren, deren Negative auch für stärkere Vergrößerungen geeignet waren. Im Vergleich zu den großformatigen Boxkameras, die Anfang des letzten Jahrhunderts üblich waren, wirkt die erste Leica in der Tat recht modern.

Leica M

Hauptartikel: Leica M

Die Leica M ist eine Fotokamera-Modelllinie der Firma Leitz, heute der Leica Camera AG, für das Kleinbild-Format. Im Unterschied zum auch von Leitz hergestellten Spiegelreflex-System Leica R ist das M-System ein Messsucherkamerasystem.

Leica führte das M-System 1954 als Nachfolger für die Leica III ein, die „Ahnenreihe“ der Leica M reicht damit bis zur ersten Kleinbildkamera der Welt (Ur-Leica) zurück. Ihre Bedeutung und ihren Nimbus erhält die Leica M dadurch, dass sie wie schon ihre Vorgänger („Schraub-Leicas“) von vielen bedeutenden, professionellen Fotografen besonders in der Reportagefotografie eingesetzt wurde und wird und somit viele berühmte Fotos zur Zeitgeschichte mit einer Kamera dieses Typs oder einem Vorgängermodell aufgenommen wurden.

Technik

Während Objektive an den Leicas bis 1954 mit einem M39-Schraubgewinde befestigt wurden, erhielten die M-Leicas einen Bajonettanschluss, das M-Bajonett. Das Suchersystem wurde gegenüber den Schraub-Leicas verbessert, und sie erhielt einen verbesserten Tuchschlitzverschluss.

Herausragendes Merkmal der Leica-M-Kameras ist ihr Messsucher. Er zeigt das Motiv in einer festen Vergrößerung, der je nach Modell unterschiedlich ausfällt. Aktuelle Leicas sind erhältlich mit Suchervergrößerungen von 0,58-fach, 0,72-fach und 0,85-fach. Zum Scharfstellen auf das Motiv bringt man das Bild in einem hellen Messfleck in Deckung mit dem Motiv. Ein eingespiegelter Leuchtrahmen zeigt das Bildfeld des angesetzten Objektivs.

Ihren guten Ruf verdankt die M-Leica auch der guten Auswahl an hervorragenden Objektiven zwischen 21 und 135 mm Brennweite.

Modelle

Mit der Leica IIIf hatte die klassische Schraubleica ihren Zenit überschritten. Während die optische Leistung der Objektive noch über jeden Zweifel erhaben war, waren die Kameragehäuse nicht mehr ganz auf dem Stand der Technik. Bereits in den Dreißiger Jahren hatte Zeiss Ikon in der Contax II einen überlegenen Messsucher, der Sucher und Entfernungsmesser in einem Okular zusammenfasste. Zwar hatte es bei Leitz durchaus Überlegungen zu einer Leica IV mit Messsucher gegeben, doch kamen diese durch den Kriegsausbruch ins Stocken. Auch das Schraubgewinde für den Objektivwechsel wurde nun vielfach als unnötig umständlich empfunden, zumal Zeiss Ikon auch hier bereits mit einer Bajonettlösung aufwarten konnte.

Die M3 war 1954 die erste M-Leica. Sie hatte eine Suchervergrößerung von 0,9-fach und konnte Leuchtrahmen für Objektive mit 50, 90 und 135 mm Brennweite einspiegeln. Objektive mit kürzerer Brennweite erforderten entweder einen Sucheraufsatz (die so genannte „Brille“) oder einen separaten Aufstecksucher, der in den Zubehörschuh gesteckt wird. 1958 erschien mit der M2 eine „abgespeckte“ Version der M3 mit geringerer Suchervergrößerung (0,7-fach) und Leuchtrahmen für 35, 50 und 90 mm. 1967 erschien die weiter verbesserte Leica M4. Der M5 war kein großer Erfolg beschieden, obwohl sie die weltweit erste Messsucherkamera mit Belichtungsmessung durch das Objektiv war (TTL-Messung). Eine CdS-Zelle war auf einem Schwenkarm vor dem Verschlussvorhang angebracht, der erst mit Drücken des Auslösers in den Kameraboden versenkt wurde. Zwar war auch sie ein technischer Fortschritt gegenüber ihren Vorgängerinnen, aber insbesondere die leicht vergrößerten Ausmaße machten sie in Fotografen- und Sammlerkreisen nicht sehr beliebt. Erst die M4-2 von 1977 überzeugte die Leica-Freunde wieder. Die 1984 erschienene Leica M6 wies nach der M5 als zweite M-Leica eine Belichtungsmessung durch das Objektiv auf. Über Leuchtdioden wurde dem Fotografen drohende Über- oder Unterbelichtung angezeigt. Mit der M7 erschien 2002 erstmals eine M-Leica mit Zeitautomatik. Nur wenig später erschien mit der MP Leicas Zugeständnis an die Tradition, indem weniger Wert auf Modernität durch elektronische Bauteile gelegt wurde, aber dafür mehr Wert auf kompromisslose Fertigungsqualität und Mechanik. Die MP ist äußerlich und im Innern so viel wie eine M2 mit Belichtungsmessung.

Neben den genannten Modellen gab es häufig Sondermodelle. Beispielsweise war die M1 eine Version ohne Messsucher, gedacht für die Verwendung des Spiegelreflex-Aufsatzes Visoflex, von der M6 erschienen Versionen mit Titan-Gehäuse u. Ä.

Aktuelle Modelle sind die Leica M7, die Leica MP und die digitale M8 (Stand: 2007). Historische M-Modelle gehören zu den Klassikern unter den Fotoapparaten und erzielen unter Sammlern beachtliche Preise.

In stark miniaturisierter Form werden Leica-M Modelle von der Firma Minox als Kleinstbild- und Digitalkameraversion maßstabsgetreu nachgebaut.

Leicaflex

Die Leicaflex war ursprünglich für die Außenmessung mit einem Selen-Belichtungsmesser konstruiert, das ist an der Blechverblendung vor dem Prisma zu erkennen. Doch dieses Modell kam nie auf den Markt. Leitz entschloss sich kurzerhand, die Außenmessung mit einem CdS-Belichtungsmesser vorzunehmen. Die Vorserie, die etwa 200 ausgesuchten Fotografen zum Testen zur Verfügung gestellt wurde, hatte noch hellverchromte Objektive. Diese „helle“ Verchromung beeinflusste durch Reflexe die Außenmessung, so dass in der Serie die Objektiv „schwarz-verchromt“ geliefert wurden. Das neue R-Bajonett (R steht für Reflex) wurde im Vergleich zum M-Bajonett im Durchmesser erheblich vergrößert. Dies gab mehr Freiheiten für die Objektivkonstruktion. Der Verschluss ermöglichte eine kürzeste Verschlusszeit von 1/2000 s und war nominell graviert mit einer Blitzsychronzeit für Elektronenblitz-Geräte von 1/100 s - effektiv waren es allerdings 1/90 s.

Leicaflex (1964–1968)

Zum Zeitpunkt der Einführung entsprach diese Spiegelreflex-Kamera nicht mehr dem Stand der Technik, da ohne TTL-Messung. Ihr besonderes Merkmal war die sehr helle Sucherscheibe mit einer feinen Fresnel-Linse, die allerdings für lange Brennweiten und Makro-Aufnahmen wenig geeignet war. Da Leitz keine Retrofocus-Objektive mit großem Bildwinkel im Programm hatte, wurde eine spezielle Konstruktion eines symmetrisch aufgebauten Super-Angulon mit 21 mm der Firma Schneider eingesetzt. Deshalb war eine Spiegelvorauslösung und für diese Brennweite ein Zusatzsucher erforderlich. Diese erste Leicaflex war in verchromter und auch in schwarz lackierter Ausführung erhältlich; letztere ist weitaus seltener. Insgesamt wurden 37.500 Stück gebaut.

Leicaflex SL (1968–1974)

1968 wurde die Leicaflex durch die Leicaflex SL mit einer TTL-Belichtungsmessung abgelöst. Sie bot zudem eine Selektivmessung, die im Wesentlichen einer Spotmessung mit etwas größerem Messfeld entspricht. Das war über Jahre ein Alleinstellungsmerkmal der Leicaflex. Das Gehäuse zeigte nun eine klare Form, ohne dass die ursprünglichen Prägungen für den Selen-Belichtungsmesser zur Außenmessung erkennbar waren. Die passenden Objektive benötigen eine sogenannte 2-Cam-Steuerung, um für die Belichtungsmessung durch das Objektiv geeignet zu sein. Ansonsten war sie mit der Leicaflex weitgehend identisch. Die Leicaflex SL wurde serienmäßig hell oder schwarz verchromt ausgeliefert; nur einzelne Exemplare wurden schwarz lackiert. Die Gesamtproduktion beläuft sich auf etwa 72.000 Einheiten, von denen knapp 1100 für den Betrieb mit dem optional erhältlichen SL-Motor ausgelegt waren.

Leicaflex SL 2 (1974–1976)

Mit der Leicaflex SL2 wurde das letzte Modell der Leicaflex-Reihe vorgestellt. Ihre Hauptmerkmale waren ein empfindlicherer Belichtungsmesser sowie ein geänderter Sucheraufbau mit Beleuchtung, Schnittbildentfernungsmesser und modifiziertem Spiegel für extreme Weitwinkelobjektive. Später wurde noch eine Version für den Einsatz mit dem Motor-Winder vorgestellt. Dennoch war die SL2 schon zum Zeitpunkt der Markteinführung nicht mehr auf dem Stand der Technik gegen eine Konkurrenz, die bereits eifrig an Multiautomaten arbeitete. Zudem war die Produktion der SL 2 so teuer, dass die Gehäuse mit Verlust in den Markt gedrückt und der Gewinn mit den Objektiven erzielt werden musste. So endete die Produktion nach nur zwei Jahren und ungefähr 25.500 Exemplaren, davon in der Serienfertigung in bekannten Nummernkreisen 1020 in der „Mot“-Ausführung. Darüber hinaus gibt es einige „Nachserienmodelle“ in geringer Auflage, die nicht diesen Nummernkreisen zuzurechnen sind.

Leica R

Hauptartikel: Leica R

Um den wachsenden Markt der Spiegelreflexkameras nicht aufgeben zu müssen, ging Leitz Anfang der siebziger Jahre eine Kooperation mit Minolta ein, durch die Leitz Zugriff auf moderne Technik wie etwa Zeitautomatik erlangte. Dies führte 1976 zur Vorstellung der Leica R3, mit der Leitz wieder weitgehend den Anschluss geschafft hatte. Leider versäumte Leitz alsbald die Entwicklung des Autofocus, so dass die Firma erneut technisch ins Hintertreffen geriet. Seit den späten Neunziger Jahren entwickelt die heutige Leica Camera AG wieder selbstständig Spiegelreflexkameras.

Leica Kompaktkameras

mini (1988–1993)

Kleine Kompaktkamera mit Plastikgehäuse und Objektiv „Elmar“ 35/3,5 im Stil der Konkurrenz von Olympus AF-1 und Yashica T2. Autofokus, eingebauter Blitz und motorischer Filmtransport. Charakteristisch für alle minis ist die rechteckige Einfassung des Objektivs.

mini II (1993–1998)

Weiterentwicklung der mini.

mini 3 (1998–2005)

Glatteres, schwarz/silbernes Gehäuse und Objektiv „Summar“ 32/3,2.

Minilux (1995–2003)

Die Minilux waren kleine Kameras für 35-mm-Film mit einem 40/2,4 „Summarit“, welches zum Transport in das Titan-Gehäuse der Kamera eingefahren werden konnte. Sie hatten einen eingebauten Blitz, Programm- und Zeitautomatik sowie Autofokus. Es gab auch die Möglichkeit, den Autofokus zu deaktivieren und die Entfernung manuell einzustellen, wobei die AF-Elektronik durch Leuchtdioden im Sucher behilflich war. Die Fertigung der Minilux-Modelle erfolgte durch Panasonic in Japan. Zeitweise wurde auch eine Variante mit Zoom-Objektiv angeboten. Die Variante mit fester Brennweite war im Markt als Konkurrenzmodell zur Contax T2 bis T5 zu sehen.

CM (2003-2007)

Die CM ist ein geringfügig verändertes Nachfolge-Modell der Minilux. Das Gehäuse ist weiterhin aus Titan, sieht aber klassischer aus als das der Minilux. Beibehalten wurde auch das 40/2,4 „Summarit“. Zusätzlich zum eingebauten Blitz gibt es nun einen Blitzschuh. Auch von der CM gab es eine Variante mit Zoom-Objektiv. Anders als die Minilux wurde die CM in Deutschland produziert. Sie ist seit März 2007 nicht mehr erhältlich.

Leica Digitalkameras

Kooperation mit Fuji

Anfangs ging Leica eine strategische Allianz mit Fujifilm ein. Aus dieser Partnerschaft gingen 1998 die ersten Digilux Kameras hervor. Der erwartungsgemäß hohe Leica-Anspruch wurde bei diesen frühen OEM-Modellen durch Hinzufügen eines edleren Gehäuses und eines erhöhten Preises bei weitem noch nicht erfüllt. Die Kameras aus dieser Baureihe waren weitgehend baugleich zu den Fuji-Modellen, das waren Leica Digilux, Leica Digilux Zoom und Leica Digilux 4.3. Diese Partnerschaft galt als wenig fruchtbar und wurde im Mai 2001 eingestellt.

Kooperation mit Panasonic

Im Anschluss fand Leica in Matsushita/Panasonic einen neuen Partner. Panasonic-Videokameras schmücken sich ab diesem Zeitpunkt mit hochwertigen Leica-Objektiven. Anfang 2002 erschien die Leica Digilux 1 als erstes Ergebnis der neuen Partnerschaft. Bei diesem Modell (Design: Achim Heine) wurde der Leica-Anspruch schon deutlich sichtbarer, jedoch erwies sich die Panasonic-Technik den hohen Qualitätsansprüchen der Leica-Fotografen noch nicht als ebenbürtig. Zur PMA 2003 erschien die ultrakompakte Leica D-Lux, die eine modifizierte und im Styling auf Leica-Niveau getrimmte Panasonic DMC-F1 ist.

Zum Jahreswechsel 2003/2004 kam die Digilux 2 auf den Markt. Dieses Modell setzt bereits eigene Maßstäbe bei der Benutzerfreundlichkeit und logischen Bedienung. Im Design ist die Digilux 2 stark an die klassische Leica M angelehnt. Das verwendete, festeingebaute Objektiv der Digilux 2 stellt die bis zu diesem Zeitpunkt aufwendigste und hochwertigste optische Konstruktion von allen kompakten Digitalkameras auf dem Markt dar. Allerdings erfüllte die Elektronik bei weitem nicht die Erwartungen, so daß das Modell auch wegen des überhöhten Preises in der Fachpresse verrissen wurde. Zum Ende des Jahres 2005 wurde die Produktion der Digilux 2 eingestellt.

Die Kooperation zwischen Leica und Panasonic setzt sich bis heute (2008) in den digitalen Kameras der Lumix-Serie von Panasonic fort. Die gute Bildqualität dieser Kameras bezüglich der Auflösung dürfte dabei vor allem auf die ausgezeichneten Leica-Objektive „Leica DC Vario-Summicron“ (Lumix DMC-LC1 fast baugleich zur Digilux 2) und „Leica DC Vario-Elmarit“ (Lumix DMC-FZ10, FZ20, FZ30 und weitere Modelle) zurückzuführen sein. Eine Besonderheit ist dabei das Leica-Objektiv in der Lumix DMC-FZ10 und FZ20, das über den gesamten zwölffachen Zoom-Bereich (FZ20: 6 bis 72 mm; 36 mm bis 432 mm entsprechend Kleinbild) eine Lichtstärke von f/2.8 bietet.

Auf der PMA 2006 wurde die Panasonic DMC L1 zusammen mit einem Leica-Objektiv 14 bis 50 mm mit einer Lichtstärke von 2,8 bis 3,5 und Bildstabilisator für das von Olympus und Kodak entwickelte Four-Thirds-(4/3)-System vorgestellt. Als Neuheit in diesem System ist auf dem Leica-Objektiv ein Blendenring vorhanden. Damit ist es möglich, die Blende von Hand einzustellen.

Ende September 2006 wurde auf der Photokina in Köln die Leica Digilux 3 vorgestellt. Es handelt sich um ein eigenständiges digitales Spiegelreflex-System von Leica, bei dem Objektivwechsel möglich ist. Sie orientiert am Four/Third-Standard, was bedeutet, dass auch Sigma-, Panasonic- und Olympus-Objektive mit Four/Third-Bajonett verwendet weden können. Nahezu baugleich ist jedoch die Lumix DMC-L1, welche von Panasonic vertrieben wird. Über einen Adapter können auch die 'alten' R-Objektive an der Digilux 3 verwendet werden - allerdings nur mit Arbeitsblende.

Kooperation mit Imacon

Ab Mitte 2005 ist Leica mit der ersten modularen digitalen Kamerarückwand für Kleinbildkameras vertreten. Diese wurde in Zusammenarbeit mit Hasselblad/Imacon entwickelt. Das Leica Digital-Modul-R (DMR) kann an Kleinbildkameras vom Typ Leica R8 und R9 an Stelle der Standardrückwand befestigt werden. Es hat eine effektive Bildauflösung von ca. 10 Millionen Pixel und besitzt einen Formatfaktor von 1,37, nutzt also von der vollen Kleinbildfläche 24 × 36 einen Bereich von 17,5 × 26,3 Millimetern. Es unterstützt als weltweit erstes Digitalprodukt das innovative und offene Adobe DNG-Format. Das Leica-DMR ist jedoch nicht nur wegen seines hohen Anschaffungspreises als Nischenprodukt zu betrachten, es bietet zumindest für Leica-R Besitzer eine reizvolle Alternative, mit hochwertigen R-Objektiven digitales Bildmaterial zu generieren.

Prismenferngläser, Spektive

Leica ist nicht nur auf dem Bereich der Kameratechnik eine der weltweit führenden Marken, sondern auch im Bereich der Prismenferngläser. Neben den binokularen Prismenferngläsern kompakter Bauart werden in Solms besonders leistungsfähige Spektive gefertigt.

Modelle

Leica hat vier Spektive im Programm, die alle weltweit einen hervorragenden Ruf genießen. Die zwei älteren Modelle Leica Televid 77 und Leica APO-Televid 77 sind mit einer Eintrittspupille (Objektivöffnung) von 77 mm etwas größer und schwerer als ihre neueren Nachfolgermodelle Leica Televid 62 und Leica APO-Televid 62 mit einer Eintrittspupille von 62 mm.

Jedes der vier Modelle wird entweder mit einem 45°-Schrägeinblick oder einem Geradeinblick hergestellt.

Werte wie Vergrößerungsfaktor oder Austrittspupille sind auch bei den Leica-Spektiven von den wechselbaren Okularen abhängig. Es gibt von ihnen fünf Modelle:

WW-Ok-1 WW-Ok-2 W-Ok-3 Ok-4 Zoom-Ok-5
Objektivtyp Weitwinkel, Festbrennweite Weitwinkel, Festbrennweite Weitwinkel, Festbrennweite Festbrennweite Zoomokular
Vergrößerung 20× (77)/16× (62) 32× (77)/26× (62) 40× (77)/32× (62) 40× (77)/32× (62) 20–60× (77)/16–48× (62)
Sehfeld 54 m (77)/60 m (62) 40 m (77)/50 m (62) 32 m (77)/40 m(62) 22 m (77)/28 m(62) 20–34 m (77)/24–44 m(62)

Baureihe Televid 77

Die Baureihe Televid 77 verfügt über ein Porro-Prismensystem und eine Brennweite von 440 mm. Der Nahbereich von etwa 3,90 m macht selbst auf kurze Distanz eine Vergrößerung möglich und ist in dieser Art einzigartig unter den Spektiven. Die von Leica patentierte Dualfokusierung macht eine grobe und eine feine Scharfeinstellung möglich. Das stabile Aluminium-Druckgussgehäuse schützt das Spektiv gegen leichte Stöße und Flüssigkeit. Druckwasserdichte bis drei Meter wird garantiert. Das Gewicht beträgt 1,5 kg bzw. 1,7 kg (APO).

Baureihe Televid 62

Diese relativ neuen Spektive wurden ebenfalls mit einem Porro-Prismensystem ausgestattet; sie haben eine Brennweite von 352 mm. Der Nahbereich konnte dadurch im Vergleich zu den 77ern noch etwas verbessert werden und liegt bei etwa 3,50 m. Der Aluminium-Kohlefaser-Verbundwerkstoff sorgt für hohe Stabilität und reduziert das Gewicht nochmals deutlich mit 910 bis 1070 Gramm. Auch die Spektive der 62er Baureihe sind bis drei Meter Tiefe wasserdicht und verfügen über Dualfokussierung.

APO-Technik

APO steht für die apochromatische Farbfehlerkorrektur. Wichtige Hilfsmittel des Optikkonstrukteurs sind dabei spezielle Linsen mit anomaler Teildispersion und fluorithaltigen Glassorten. Ziel und Auswirkung der Technik ist es, die Schärfe und den Kontrast und damit die Fähigkeit des Objektivs, feine Strukturen wiedergeben zu können (Modulationsübertragungsfunktion), zu erhöhen sowie eine natürliche Farbwiedergabe zu erhalten: Drei Kriterien, deren Qualitäten schnell abnehmen, je lichtstärker die Optik ist.

Einzelnachweise


Literatur

Die drei inzwischen unabhängigen Firmen:

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