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Auerbach (Erzgebirge)

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 41′ N, 12° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Stollberg
Verwaltungsge-
meinschaft:
Auerbach-Burkhardtsdorf-Gornsdorf
Höhe: 534 m ü. NN
Fläche: 8,26 km²
Einwohner: 2897 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 351 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09392
Vorwahl: 03721
Kfz-Kennzeichen: STL
Gemeindeschlüssel: 14 1 88 020
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstraße 83
09392 Auerbach/Erz.
Webpräsenz:
www.auerbach-erzgebirge.de
Bürgermeister: Andreas Drechsel
Lage der Gemeinde Auerbach im Landkreis Stollberg

Auerbach ist eine Gemeinde im Landkreis Stollberg in Sachsen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ortseingang von Auerbach aus Richtung Jahnsbach

Die Gemeinde liegt im Erzgebirge, ca. 20 km südlich von Chemnitz. Sie grenzt im Nordwesten an die Gemeinde Gornsdorf (unterer Ortsteil auf 471,6 m ü. NN) und im Südosten an das Gebiet der Stadt Thum im Landkreis Annaberg (oberer Ortsteil auf 642,6 m ü. NN).

Auerbach war eines der Zentren der Strumpfindustrie im 20. Jahrhundert, deren Anfänge bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück reichen.

Geschichte

Erstmals wurde der Ort im Jahr 1447 im Kurfürstlich Sächsischen Kanzleiregister genannt. Darin wird Auerbach als Amtsdorf von Stollberg, unter dem Namen Vrbach, bezeichnet. Laut Blaschke erfolgte die erste urkundliche Erwähnung bereits 1446 als Vwerbach. Auerbach entstand im Zuge der Ostkolonisation im 12. und 13. Jahrhundert. Der Ort liegt im Gebiet des ehemaligen Miriquidi. Die noch heute erkennbare Form des Waldhufendorfes zeigt, dass es zu dieser Zeit ein fest vorgegebenes Schema der Fluraufteilung gab.

Das Auenland links und rechts des Dorfbaches blieb aber von der Hufenaufteilung ausgeschlossen. Der sogenannte Dorfanger diente als gemeinschaftliches Weideland für Kleinvieh.

Erst allmählich wurde der Dorfanger von der Gemeinde an Häusler verpachtet bzw. verkauft. Viehwege bzw. Viehtrifte, auf denen das Großvieh von Gemeindehirten in die gemeindeeigenen Waldhuten oder Waldweiden getrieben wurden, wurden später verkauft oder verpachtet, oftmals dienten sie auch als öffentliche Straßen des 19. Jahrhunderts.

Auerbach war schon um das Jahr 1500 kein reines Bauerndorf. Für das Jahr 1552 sind 29 Besitzer von Höfen und eine ungewöhnlich hohe Anzahl von 54 Einwohnern angegeben. Die 54 stellt aber nicht die Einwohnerzahl, sondern die Zahl der gewerblich Selbständigen Personen ohne Grundbesitz dar. Dies können zum Beispiel Bergleute, Köhler, Waldarbeiter, Harzer oder Sägemüller sein. Daraufhin ist eine Gesamteinwohnerzahl von mehreren hundert Personen denkbar. Für das Jahr 1605 wird eine Einwohnerzahl von 300 angegeben.

Kirchlich war Auerbach über Jahrhunderte eine Filialkirche von Hormersdorf. Ein eigenes Gotteshaus soll es im Dorf bereits 1500 gegeben haben. Dieses wurde 1643 durch schwedische Truppen geplündert. Am 4. Juni 1747 wurde die erneuerte Kirche eingeweiht.

Wie viele andere Erzgebirgsorte auch blieb Auerbach nicht vor Seuchen und Krankheiten verschont. 1582, 1598 und 1625 grassierte die Pest im Dorf. 1711 brachen die Blattern aus, ihm Jahr darauf die Ruhr. Nach der großen Hungersnot 1772 wurde Auerbach 1700 vom Ausbruch des Scharlachfiebers und ein Jahr später von einer Masernepidemie heimgesucht. Eine letzte große Hungersnot war 1862 zu verzeichnen.

Nachdem 1843 die „Firma Gotthilf Kurth“ gegründet worden war, wurde Auerbach am 27. Dezember 1910 an das Stromnetz angeschlossen. Im Jahr darauf wurde die Bahnlinie Meinersdorf–Thum des Thumer Netzes fertiggestellt. Am 9. September 1925 erfolgte der Anschluss an das Gasnetz, im selben Jahr wurde die erste zentrale Wasserleitung in Betrieb genommen.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus im Jahre 1933 wurde das Jugendheim in der Hauptstraße (zu DDR-Zeiten Karl-Marx-Straße) als Haft- und Folterort der SA an den politischen Gegnern und anderen unliebsamen Personen genutzt.

Die Gemeinde war bis zu deren Auflösung Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Auerbach.

Geschichte der Strumpfindustrie des Ortes

In Auerbach wurde um 1759 mit der Herstellung von Strumpfwaren auf hölzernen Handkulierstühlen begonnen. Die Produktion erfolgte bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Häusern und Stuben der Strumpfwirker. 1799 wurde im Ort durch den am 30. April 1779 geborenen Christian Gottlieb Kurth die Strumpfindustrie eingeführt. Er gründete 1834 die erste Strumpffirma in Auerbach. Bis 1900 entstanden sieben Strumpfbetriebe mit Fabrikgebäuden, häufig unter Beibehaltung der Hausproduktion.

Die sieben Betriebe:

Gedenkstätten