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Wyoming

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Wyoming (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wyoming
(Details) (Details)
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Cheyenne
Fläche: 253.336 km²
Einwohner: 515.004(2006)[1] (2 E./km²)
Mitglied seit: 10. Juli 1890
Zeitzone: Mountain: UTC-7/-6
Höchster Punkt: 4.207 m (Gannett Peak)
Durchsch. Höhe: 2.040 m
Tiefster Punkt: 945 m Belle Fourche River
Gouverneur: Dave Freudenthal
Post / Amt / ISO WY / Wyo. / US-WY
Karte von Wyoming
Geographische Karte Wyomings

Wyoming [waɪˈoʊmɪŋ] ist mit gut 500.000 Einwohnern der bevölkerungsärmste Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika und nach Alaska der Bundesstaat mit der zweitgeringsten Bevölkerungsdichte. Der Bundesstaat ist etwa 30 Prozent kleiner als die Bundesrepublik Deutschland und damit in etwa so groß wie Großbritannien oder Rumänien[2], hat jedoch nur circa so viele Einwohner wie Hannover[3]. Er liegt im Westen der Vereinigten Staaten und steigt von den Great Plains Ost-Wyomings zu den Rocky Mountains hin an.

Sein Name stammt aus der Sprache der Algonkin-Indianer und bedeutet „Große Ebenen“. Er wurde der poetischen Erzählung Gertrude of Wyoming entnommen, die Thomas Campbell 1809 geschrieben hatte.

Der größte Ort ist die Hauptstadt Cheyenne. Der Spitzname ist „Equality State“ nach dem Motto des Staates: „Equal Rights“ (Gleiche Rechte).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Wyoming hat eine Fläche von 253.336 km² und ist damit der zehntgrößte Bundesstaat der USA. 0,7 Prozent der Staatsfläche (1.847 km²) sind mit Wasser bedeckt.

Verschiedene Gebirgszüge der Rockies befinden sich in Wyoming: Der Snowy Range im Süden, der Wind River Range, der Absaroka Range, der Teton Range und der Wyoming Range im Nordwesten sowie die Big Horn Mountains im Norden. Der höchste Punkt Wyomings ist der Gannett Peak im Wind River Range. Der Teton Range erstreckt sich über 80 km und beheimatet den Grand-Teton-Nationalpark. Der Yellowstone-Nationalpark liegt in der nordwestlichen Ecke des Bundesstaates, hinter dem Absaroka Range. Die durchschnittliche Höhe beträgt rund 2.000 m ü. NN.

Verschiedene Flüsse entspringen in oder fließen durch Wyoming, darunter der Yellowstone River, der Powder River, der Bighorn River und der North Platte River. Vom Nordosten Wyomings bis in den Süden verläuft die nordamerikanische kontinentale Wasserscheide. Eine Besonderheit stellt das Great Divide Basin im südlichen Teil Wyomings dar. Von dort fließt das Wasser in keinen Ozean, vielmehr versickert oder verdunstet es.

Die hochgelegenen Plains in Wyoming sind die Heimat von Hasen, Präriehunden, Kojoten, Gabelböcken, Klapperschlangen, Habichten, Moorhühner und Fasanen. Bisons wie auch Gabelböcke waren Ende des 19. Jahrhunderts in den Plains aufgrund übermäßigen Jagens beinahe ausgerottet. Nachdem die Gabelböcke unter Schutz gestellt worden waren, vermehrten sie sich wieder von etwa 5000 Tieren im Jahre 1903 auf heute mehr als eine halbe Million. Die Bisons erhielten mit dem Yellowstone-Nationalpark ein letztes Rückzugsgebiet. Ihr Bestand konnte sich dort stabilisieren.

Im Gegensatz zu den Plains sind die Rocky Mountains in Wyoming teilweise bewaldet. In den niederen Bereichen der Rockies leben Pumas, Rotluchse und Hirsche, in den höher gelegenen Bereichen Dickhornschafe und Schneeziegen. Des Weiteren finden sich in den Bergen Säugetiere wie Eichhörnchen, Streifenhörnchen, Waschbären, Stachelschweine und Stinktiere, in der Yellowstone-Region aber auch Wapitis, Elche, Wölfe, Schwarz- und Grizzlybären. Bis in die frühen Jahre des 19. Jahrhunderts waren Biber in den Bergen Wyomings weit verbreitet. Sie wurden ihrer Pelze wegen beinahe bis zur Ausrottung gefangen. Heute sind sie geschützt, ihr Bestand erholt sich langsam.

Ausdehnung des Staatsgebiets

Wyoming erstreckt sich auf einer Breite von 450 km zwischen 41° N bis 45° N und einer Länge von 580 km zwischen 104°3' W bis 111°3' W.

Nachbarstaaten

Wyoming grenzt im Norden an Montana, im Osten an South Dakota und Nebraska, im Süden an Colorado und im Westen an Utah und Idaho. Wyoming wird ausschließlich von zwei Breiten- und zwei Längengraden begrenzt.

Gliederung

Klima

Das Klima in Wyoming ist geprägt von Trockenheit im Sommer und Kälte im Winter. Über der Baumgrenze kann die Temperatur nachts auch im Sommer unter den Gefrierpunkt fallen. Ein Großteil des Landes erhält nicht mehr als 250 mm Niederschlag pro Jahr und ist eine Halbwüste, die vor allem mit Wüstenbeifuß bewachsen ist. Ackerbau kann nur mühsam betrieben werden, stattdessen ist Viehzucht weit verbreitet, besonders am Fuß der Berge. Der überwiegende Teil ist Gras-Steppe, 14 % der Fläche Wyomings sind bewaldet.

Bevölkerung

2005 wurde die Bevölkerungszahl Wyomings auf 509.294 geschätzt. Damit hätte die Zahl innerhalb eines Jahres um 3.407 Personen zugenommen, was einem Bevölkerungswachstum von 0,7 Prozent entspricht. Seit dem Census von 2000 stieg die Bevölkerung aufgrund einer höheren Geburts- als Sterberate um 12.165 und aufgrund einer höheren Zu- als Abwanderung um 4.035 Personen. 2004 lag der Ausländeranteil bei 11.000 Personen (2,2 Prozent).

Im Jahre 2000 waren 88,9 Prozent der Bevölkerung Weiße, 6,4 Prozent Hispanics, 2,3 Prozent Indianer, 0,8 Prozent Schwarze, 0,6 Prozent Asiaten und 2,5 Prozent andere. 1,8 Prozent gehörten mehreren Rassen an. Über ein Viertel der Bevölkerung (25,9 Prozent) hatten deutsche Vorfahren, 15,9 Prozent englische, 13,3 Prozent irische, 6,5 Prozent amerikanische und 4,3 Prozent norwegische.

Religion

Verbreitung der Religionen
   Religion  Prozent
1. Protestantisch 53%
2. Römisch-Katholisch 18%
3. Mormonen 7%
4. Andere Religionen 1%
5. Keiner offiziellen Religion zugehörig 21%

Bildung

Wyoming zählt insgesamt acht Colleges: Casper College, Central Wyoming College, Eastern Wyoming College, Laramie County Community College, Northwest College, Sheridan College, Western Wyoming Community College, Wyoming Technical Institute.

Die University of Wyoming in Laramie ist die einzige Universität des Bundesstaates.

Größte Städte

Die Kleinstadt Cody liegt ungefähr 40 km östlich des Yellowstone-Nationalparks. Sie beherbergt ein Buffalo-Bill-Museum, das dem Andenken an William Frederick ‚Buffalo Bill‘ Cody (1846–1917) dient. Buffalo Bill war Ende des 19. Jahrhunderts Mitbegründer der Stadt Cody.

Geschichte

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Wyoming zu einem großen Teil von Indianern folgender Stämme bewohnt: Absarokee, Arapaho, Bannock, Cheyenne, Lakota, Pawnee, Nördliche und Östliche Shoshone sowie Ute. Als die Weißen von Osten weiter und weiter nach Westen vordrangen, gerieten die Indianerstämme Wyomings immer stärker unter Druck.

Seit Ende des 17. Jahrhunderts gehörte Wyoming mit Ausnahme des Südwestens zur französischen Kolonie Louisiana. 1762 ging das Territorium an Spanien, 1800 wiederum an Frankreich. Drei Jahre später erwarben die USA mit dem Louisiana Purchase das Gebiet der Louisiana-Kolonie für 15 Millionen US-Dollar. Der südwestliche Teil gehörte erst zu Utah.

Ende des 18. Jahrhunderts stießen im Norden möglicherweise französische Fallensteller als erste Weiße in das Gebiet von Wyoming vor, gesichert sind aber erst die Reisen von John Colter im Jahre 1807 in die Yellowstone-Gegend. Seinen Berichten von Geysiren und anderen heißen Quellen schenkte kaum jemand Glauben. Zwanzig Jahre später erkundete Jim Bridger den Südpass über die Rockies. Diese Route wurde ab 1841 Teil des Oregon Trails, über den viele Pioniere nach Westen vorstießen. Entlang des Trails schossen in kurzer Zeit viele Forts aus dem Boden, in Wyoming zum Beispiel Fort Laramie (1834) und Fort Bridger (1843). 1850 entdeckte Bridger auch den Bridger-Pass, den ab 1868 die Union Pacific Railroad für ihre Eisenbahnlinie verwendete. Nachdem Wyoming mit der Eisenbahn erschlossen worden war, entstanden bald die ersten Städte wie Cheyenne, Laramie, Rawlins, Rock Springs und Evanston. Im 20. Jahrhundert wurde ein Highway über den Bridger-Pass gebaut, der Interstate 80.

Nachdem die Union Pacific Railroad 1867 die Stadt Cheyenne mit dem Osten verbunden hatte, stieg die Zahl der Weißen in Wyoming kontinuierlich an. Am 25. Juli 1868 gründeten sie das Wyoming Territory. Im Gegensatz zu den benachbarten Bundesstaaten Montana, South Dakota und Colorado gab es in Wyoming nie einen plötzlichen Bevölkerungszuwachs aufgrund von größeren Edelmetall-Funden wie Gold und Silber. Einzig Kupfer wurde in verschiedenen Teilen Wyomings gefunden.

Das Wyoming-Territorium (aus dem der Bundesstaat später entstand) führte 1869 als erstes Gebiet der USA das Frauenwahlrecht ein. Wyoming wählte später auch die erste weibliche Abgeordnete ins US-Parlament, hatte die erste weibliche Friedensrichterin und 1925 mit Nellie Tayloe Ross die erste Gouverneurin (Ministerpräsidentin) eines Bundesstaats der USA.

1872 gründete die US-Regierung den ersten Nationalpark der Welt, den Yellowstone-Nationalpark, der zu 96 Prozent in Wyoming liegt.

Im 19. Jahrhundert führten viele Indianer-Stämme Wyomings einen verzweifelten Verteidigungskrieg gegen die einströmenden Weißen. Die verbündeten Lakota, Arapaho und Cheyenne siegten zwar in einigen Scharmützeln und Schlachten über Truppen der US-Armee – den bekanntesten Sieg trugen sie von der Schlacht am Little Bighorn (1876) davon –, gegen Ende des 19. Jahrhunderts mussten sie aber vor der weißen Übermacht kapitulieren. Ein wesentlicher Faktor dabei war, dass die Weißen die Bisons systematisch abschossen und damit den Indianern die Lebensgrundlage entzogen. Einer, der sich bei der Bisonjagd besonders hervortat, war William Frederick Cody, besser bekannt als Buffalo Bill. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebten alle Indianer Wyomings in Indianerreservationen, meist außerhalb Wyomings. In Wyoming wurde einzig die Wind-River-Reservation gegründet, die von den Östlichen Shoshone und den nördlichen Arapaho bewohnt wird.

Am 10. Juli 1890 wurde der Bundesstaat als 44. den USA angeschlossen.

1892 kam es nach Landstreitigkeiten zwischen Weißen zum Johnson-County-Krieg.

Politik

Die erste Verfassung Wyomings aus dem Jahre 1890 ist noch immer in Kraft. An der Spitze der Exekutive steht der Gouverneur, der für vier Jahre gewählt wird. Die Legislative Wyomings besteht aus einem Senat mit 30 und einem Parlament mit 60 Mitgliedern. Der Bundesstaat schickt einen Abgeordneten in das Repräsentantenhaus und (wie alle Bundesstaaten) zwei Senatoren in den Senat. Bei Präsidentenwahlen stellt er somit drei Wahlmänner.

Wyoming gilt als einer der konservativsten und auf nationaler Ebene gesehen einer der am zuverlässigsten republikanisch wählenden Staaten der Vereinigten Staaten. Seit 1964 hat Wyoming nicht mehr für einen demokratischen Präsidentschaftskandidaten gestimmt. In der Präsidentschaftswahl 2004 hat George W. Bush mit 69 % der Stimmen den drittgrößten Wahlerfolg verbuchen können. Der derzeitige Vizepräsident Dick Cheney stammt aus Wyoming und hat den Staat von 1979 bis 1989 im Kongress vertreten.

Allerdings haben die Demokraten seit 1975 lediglich acht Jahre nicht das Gouverneursamt besetzt. Der derzeitige Gouverneur, Dave Freudenthal, wurde 2002 und 2006 wiedergewählt und hat eine der höchsten Zustimmungsraten des ganzen Landes.

Kongress

Gouverneure


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Nationalparks

Nationalpark Lage Ansicht

Grand-Teton-Nationalpark
gegründet 26. Februar 1929
Wyoming
2.606.492 Besucher (2004)
Bilder auf Commons

Yellowstone-Nationalpark
gegründet 1. März 1872
Wyoming, Montana, Idaho
2.835.651 Besucher (2005)
Bilder auf Commons

Naturdenkmäler

Naturdenkmal Lage Ansicht

Devils Tower National Monument
gegründet 24. September 1906
Wyoming
386.558 Besucher (2004)
Bilder auf Commons

Fossil Butte National Monument
gegründet 23. Oktober 1972
Wyoming
17.779 Besucher (2005)
Bilder auf Commons

Wirtschaft und Infrastruktur

Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2006 bei USD 39.130 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 37.717; nationaler Rangplatz: 15).[4]

Historisch gesehen waren Rinder- und Schafzucht die wichtigsten Erwerbszweige in Wyoming und sind immer noch ein wichtiger Bestandteil der Kultur und Lebensart. Wichtigster Wirtschaftszweig ist aber heute der Bergbau (v.a. Erdöl, Erdgas, Kohle, Salz, Uran-, Eisenerz sowie in den letzten zehn Jahren auch Methangasgewinnung). Dank künstlicher Bewässerung werden etwas Weizen, Bohnen und Zuckerrüben angebaut. Der Tourismus spielt vor allem in den Rocky Mountains, den beiden Nationalparks und dem National Monument eine bedeutende Rolle.

Literatur

Einzelnachweise

  1. factfinder.census.gov
  2. CIA World Factbook
  3. US Census Estimates
  4. U.S. Bureau of Economic Analysis: Regional Economic Accounts
 Wiktionary: Wyoming – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Commons: Wyoming – Bilder, Videos und Audiodateien