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Ebern

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 6′ N, 10° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Verwaltungsge-
meinschaft:
Ebern
Höhe: 270 m ü. NN
Fläche: 95,02 km²
Einwohner: 7369 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96106
Vorwahl: 09531
Kfz-Kennzeichen: HAS (bis 1972 EBN)
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 130
Stadtgliederung: 18 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Rittergasse 3
96106 Ebern
Webpräsenz:
www.ebern.de
Bürgermeister: Robert Herrmann (CSU)

Ebern ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Haßberge und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ebern, zu der neben Ebern die Gemeinden Pfarrweisach und Rentweinsdorf gehören. Die gut erhaltene Altstadt wird noch von großen Teilen ihrer starken mittelalterlichen Stadtbefestigung umgeben. Ein gepflegter Anlagenring trennt das historische Ensemble von den weitläufigen Neubaugebieten der Stadterweiterung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits 1216 gehörte Ebern dem Hochstift Würzburg und wurde 1230 als Civitas urkundlich erwähnt. Die Stadt wurde von einer alten, von Bamberg nach Sachsen führenden Handelsstraße durchquert. Das Befestigungsrecht erhielt die junge Stadt durch Kaiser Ludwig den Bayern im Jahre 1335. Der Kaiser bestätigte der Stadt Ebern als einer Stadt vom Reich zugleich auch all ihre Güter, Rechte und Gewohnheiten. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde die starke Stadtmauer mit ihren vier erhaltenen Ecktürmen und dem mächtigen Grauturm errichtet.

1430 verwüstete ein großer Brand die Siedlung. Von 200 Gebäuden blieben nur zwei stehen. Dieser Katastrophe fiel auch die alte Pfarrkirche zum Opfer, die später als spätgotische Pseudobasilika wiederaufgebaut wurde. Der ältere Turm dürfte noch von der zerstörten Kirche stammen.

Im Bauernkrieg schlug sich die Stadt 1525 auf die Seite der Aufständischen. Nach der blutigen Niederschlagung der Revolte wurden die Rädelsführer auf dem Marktplatz enthauptet. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich das Städtchen zu einer beschaulichen würzburgischen Amts- und schließlich zu einer bayerischen Kreisstadt.

Nach der Säkularisation des Hochstiftes gelangte Ebern über das neuerrichtete Großherzogtum Toskana an das Königreich Bayern.

Der Zweite Weltkrieg endete für die Stadt 1945 mit der kampflosen Übergabe an die von Bamberg kommenden Amerikaner. Während des Krieges verlegte man einen Teil der kriegswichtigen Produktion eines großen Schweinfurter Kugellagerfabrikanten hierher.

In der Nachkriegszeit siedelten sich zahlreiche Heimatvertriebene aus dem Sudetenland und den deutschen Ostgebieten um die Altstadt an. Große Neubaugebiete entstanden, Ebern wurde Bundeswehrstandort. Durch die Gebietsreform 1972 wurde der Landkreis Ebern aufgelöst und das Kreisgebiet größtenteils dem neu entstandenen Landkreis Haßberge, andere Teile den Landkreisen Bamberg und Coburg zugeordnet.

In jüngster Zeit wurden der Bundeswehrstandort und einige Ämter aufgelöst. In den strukturschwachen Haßbergen brachte dies große wirtschaftliche Probleme mit sich. Die Polizeiinspektion Ebern blieb jedoch erhalten und ist für die Sicherheit und Ordnung im nordöstlichen Bereich des Landkreises Haßberge zuständig. Dabei betreut sie eine Fläche von 355 Quadratkilometern und ca. 21.000 Einwohner.

Stadtteile

Der Kernstadt Ebern sind angegliedert die Siedlungen Sandhof und Fierst.

Weiterhin gibt es 18 Stadtteile:

  • Albersdorf
  • Bischwind a. Raueneck
  • Bramberg
  • Brünn
  • Eichelberg
  • Eyrichshof mit Rotenhan, Kurzewind und Siegelfeld
  • Fierst
  • Fischbach
  • Frickendorf
  • Heubach
  • Höchstädten
  • Jesserndorf
  • Neuses a. Raueneck
  • Reutersbrunn
  • Ruppach
  • Unterpreppach
  • Vorbach
  • Weißenbrunn mit Gemünd und Welkendorf

Außerdem existieren noch einige Mühlen, Weiler und Gehöfte.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat von Ebern hat (ohne Bürgermeister) 20 Mitglieder.

CSU SPD Freie Wähler FDP Junge Liste Eberner Alternative Liste B90/Die Grünen Gesamt
2002 9 7 3 1 - - 20 Sitze
CSU SPD Freie Wähler FDP Junge Liste Eberner Alternative Liste/B90/Die Grünen Gesamt
2008 8 6 2 1 2 1 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Bürgermeister

Amtsinhaber ist Robert Herrmann (CSU). Er setzte sich bei der Kommunalwahl am 2. März 2008 mit 50,27% der Stimmen gegen Jürgen Hennemann (SPD) durch und wird weitere sechs Jahre Stadtoberhaupt von Ebern sein.

Schulische Bildung

Ebern besitzt ein Gymnasium (Friedrich-Rückert-Gymnasium), eine Realschule, eine Grundschule, eine Hauptschule, eine Meisterschule für das Schreinerhandwerk, eine Außenstelle der Berufsschule Haßfurt sowie ein Sonderpädagogisches Förderzentrum und eine Einrichtung der Lebenshilfe.

Sehenswürdigkeiten

Am Marktplatz entlang:

Verkehrsanbindung

Bahn

Ebern ist Endbahnhof der 18 Kilometer langen Nebenstrecke Breitengüßbach–Ebern. In Breitengüßbach schließt sie an die Hauptbahn Nürnberg–Lichtenfels an. Bis 1988 wurde die Strecke noch bis ins ca. 16 Kilometer weiter nördlich gelegene Maroldsweisach bedient. Auch nach der Schließung des Bundeswehrstandortes konnte der Personenverkehr aufrechterhalten werden, eine Stilllegung steht – soweit bekannt – nicht zur Debatte. Im Eineinhalb- bis Zwei-Stundentakt verkehren die Züge nach Bamberg, wo Anschluss an die ICE-Strecke München–Berlin besteht. Seit Herbst 2001 werden Triebzüge der DBAG Baureihe 642 eingesetzt, für die ca. 26 Kilometer lange Strecke Bamberg–Ebern beträgt die Fahrzeit 35 Minuten.

Straße

Ebern liegt an der Bundesstraße 279 Breitengüßbach–Fulda. 18 Kilometer südlich bei Breitengüßbach besteht Anschluss zur A 73. 5 Kilometer östlich führt die Bundesstraße 4 vorbei.

Literatur