Heim

Luftspalt

Als Luftspalt wird in der Technik häufig der Raum oder Abstand zwischen zwei nahe gegenüberliegenden Flächen bezeichnet.

Beispiele dafür sind die Abstände zwischen Bremsbacken und Bremsscheibe an Scheibenbremsen oder zwischen Anker (Elektrotechnik) und Stator eines Elektromotors. Hier und in vielen anderen Fällen wird danach gestrebt, für eine möglichst effiziente Funktion den Luftspalt möglichst klein zu halten.

Demgegenüber ist ein Luftspalt in den Eisen- bzw. Ferritkernen von Transformatoren und Drosseln ein wichtiger Funktionsbestandteil:
Ein Luftspalt (engl. air gap) im ansonsten geschlossenen Verlauf eines Eisenkernpaketes oder Ferritkernes verringert die magnetische Flussdichte des Kerns erheblich und bewirkt dadurch z.B. eine Linearisierung der Magnetisierungskennlinie (Zusammenhang zwischen magnetischer Feldstärke und magnetischer Flussdichte) des Bauteils.
Die magnetische Sättigung des Kernwerkstoffes tritt dadurch erst bei wesentlich höheren Feldstärken ein. Im Luftspalt von Speicherdrosseln ist ein wesentlicher Teil der magnetischen Energie gespeichert.
Hierfür muss in Kauf genommen werden, dass sich die Induktivität pro Windungszahl (sogenannter AL-Wert) verringert.
Der Luftspalt in magnetischen Bauteilen ist meist mit einem nicht ferromagnetischen Feststoff gefüllt, da hier hohe Kräfte auftreten. Dadurch werden Geräusche und eine Veränderung der Spaltbreite vermieden.
Bei Gleichstrom-Relais vermeidet ein Luftspalt das Haftenbleiben des Magnetankers am Spulenkern, da auch bei stromloser Spule eine geringe Restmagnetisierung erhalten bleibt. Er wird hier mit einem nicht ferromagnetischen Niet oder einer Folie ausgefüllt.
Pulverkerne bestehen aus vielen voneinander getrennten ferromagnetischen Teilchen, man spricht hier auch von einem verteilten Luftspalt.

Spalte in Brücken und großen Bauwerken, die dem Ausgleich thermischer Ausdehnung dienen, werden als Baufuge bezeichnet.